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Jeschurun · 1924-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1924) · p. Seite 126

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Journal
Jeschurun
Volume
11 (1924)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1924)
Date
1924-01-01
Page
Seite 126 (sequence 128)
Language
German
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126 Zar Charakteristik uew. Weisheit antwortete; ״Das Unglück verfolgt die Sünder״ (Prov. 13,21). Man fragte die Propheten, sie antworteten: ״Die Seele die gesündigt, muss sterben! (Ez. 18, 4). Man fragte die Thora, und sie antwortete: ״Er bringe ein Schuldopfer, und es sei ihm vergeben“, (Lev. 1,4). Da fragte man den Heiligen, gelobt sei Er, und Er gab die Antwort; ״Er bereue und es sei ihm vergeben1״״). Alle Vertreter der göttlichen Lehre, die hier zu Worte kommen, stellen Forderungen, die doch immerhin für den Sünder drückend sind. ״Die Weisheit״, der natürliche Verstand und die Erfahrung sagt uns, dass jede Busse, die uns die Sünde gebracht, mit Leiden gebüsst werden muss. Die Propheten aber, die an das Verhältnis des Menschen zu Gott die höchsten Anforderungen stellen, sehen in jeglichem Abfall ven Gott, den die Sünde involviert, ein todeswürdiges Verbrechen, das nur im Tod seine Sühne findet. Das Gesetz des Thora gibt das Mittel an die Hand, in dem stellvertretenden Opfer, das mit der entsprechenden Gesinnung, der völligen Hingabe an Gott dargebracht wird, sich vom Tode zu lösen, Gott aber in seiner Allgüte begnügt sich dort, wo das von ihm vorgeschriebene Opfer nicht Anwendung findet oder finden kann, mit der rein innerlichen Abwendung von der Sünde, wie sie in der Reue zu Tage tritt. Unerschöpflich ist der Midrasch in Darstellungen, dass Gott diese Reue erleichtert2), dass Er auch den schwersten Sündern die Gelegenheit zur Rückkehr gibt3) Ja, es wird sogar, um die Bedeutung und unbedingte Kraft der תשובה einzuschärfen, die kühne Behauptung aufgestellt, dass David die Sünde des Ehebruchs begehen musste, um den folgenden Geschlechtern zu zeigen, dass die Rückkehr jedem Einzelnen die Versöhnung mit Gott bringt, und dass ebenso die Sünde des goldenen Kalbes, nur in die Erscheinung treten sollte, um zu beweisen, wie die Reue eine ganze Generation zu entsühnen vermag4). Und *) Pes. R. K. 158 b und Parallelstelleu. 2) Midr. Teh. zu 94,16 B. S. 418; Joma 86 b; Pes. R. K. 168 b; Pes. rabb. 184 b; Schirhasch. R. zu 6,2. s) Sanh. 108 b; Gen. R. 38,9; ebd. 94,6: Sank 103 a. 4) Ab. 8. 4 b f.

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