Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 104 (sequence 106)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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104 Zur Charakteristik usw. Abraham wird es als Unaufrichtigkeit angerechnet, dass er Gen. 1, 2 nicht gerade heraus um einen Sohn bittet * 1). Er hat darin gefehlt, dass er die gefangenen Sodomiten dem König von Sodom wieder ausgeliefert und dadurch ihnen die Möglichkeit genommen, den wahren Gott kennen zu lernen 2). Er hätte sich Mühe geben müssen, Lot zu bessern anstatt sich leichtherzig von ihm zu trennen: ״für alle wendet er die Mühe auf sie an sich zu fesseln, nur für seinen Verwandten Lot nicht3!״). Aus den Bedenken, mit denen sich Abraham nach dem Midrasch trägt, ob er Recht daran tue, seinen Vater Terach im Alter zu verlassen 4 *), ob er es nicht werde zu verantworten haben, dass er solange Götzendiener gewesenb) ersehen wir, dass diese Bedenken als berechtigt angesehen wurden. Auch Jakob mangelte es an Vertrauen. Die ihm verdachte Aeusserung Jes. 40, 27 wurde bereits erwähnt. Jakob fürchtet sich in seinem Traum, (Gen. 28, 12) mit den Genien der Weltmachte, die in den auf- und absteigenden Eng61n ihm gezeigt wurden, emporzusteigen, auch dann noch, als Gott ihm zurief: ״fürchte nicht, Jakob, zage nicht, Israel״. Es wird der Psalmvers auf ihn angewandt: ״Trotz alledem sündigten sie weiter und glaubten nicht an seine Wunder“ (Ps. 78,32) 6). ״Wie ein getrübter Born und eine verderbte Quelle, so ein Frommer, der angesichts des Gottlosen wankt (Prov. 25, 26). Dies geht auf Jakob, der sich unnötig vor Esau und seiner Botensendung beugte 7). Es war eine Lieblosigkeit Jakobs, Esau seine Tochter Dina vorzuenthalten 8). Die Benennung des Altars, den er aufrichtete mit El, Gott Israels war eine Ueberhebung 9). Er liess die Erfüllung des Gelübdes, das er in der Zeit der Not getan, (Gen. 28, 20 ff.) als er sich wieder frei fühlte in seinem weise den Proselyten die Möglichkeit absprechen die höchste Stufe, die des * Prophetismus zu erlangen, (ebäs. 1115 vgl. D. Cassel Kusari S. 72 Anm. 1, dass der Autor mit dieser Ansicht ziemlich allein steht.) 1) Lev. R. 11,5. '-) Ned. 32 a. ״) Gen. R. 41, 8 das die Ansicht R. Jehudas. Nach R. Nechemja war es sündhaft, dass er noch solange mit Lot zusammengehalten. ף Gen. R. :39, 7. ף Gen. 39,8. 6) Pesikta de R. K 151a. ך) Gen. R. 75,2. ך ebd. 7 ,9. 9) ebd. 79,8.