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Jeschurun · 1924-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1924) · p. Seite 99

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1924)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1924)
Date
1924-01-01
Page
Seite 99 (sequence 101)
Language
German
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Zur Charakteristik usw. 99 E. Sera, E. Chija. Eabbi, E. Safra, E. Alexanäri, E. Hamnuna, Baba angeführt ,werden, um sie in der Eeihenfoige zu nennen, wie sie im Talmud angeführt werden und die alle die Hilfe Gottes erflehen in dem Kampfe gegen das Bö3e und seinen Beistand in der Bestärkung im Guten 1). Nur wer in einem Vorurteil befangen ist, vermag sich bei diesen Gebeten des Eindrucks zu erwehren, dass hier eine nicht überbietbare Tiefe des Empfindens für die Gefahren, die dem Menschen aus seiner Anlage zum Sündigen erwachsen, erreicht ist 2). In ihrer Schlichtheit sind diese Gebete dabei ein Zeugnis, wie rein und ungetrübt diese Vorstellung der Anlage zur Sünde von jedem Glauben an Teufel und Dämonen ist, von dem der Jude jener Zeit, nach der Meinung mancher3), sich immer umgeben glaubte. Neben dieser Ueberzeugung, dass der Mensch durch seine Anlage von der Sünde bedroht ist, steht und aus ihr ergibt sich die andere, dass der Mensch tatsächlich der Sünde verfällt. Das biblische Motiv Koh. 7, 20 ״es gibt keinen Gerechten auf Erden, der das Gute täte und nicht sündigte״, wird auf die mannig- 1) Berachoth 16 b, 17 a. 2) Der Fehler, den Perles in seinem erwähnten Buche so oft an Bousset ragt, dass er das, was zu Gunsten der jüdischen Frömmigkeit spricht, nur kurz und nebenbei erwähnt, ist auch für Köberle festzastelien. Diese Gebete, von denen er selbst sagt: ״״Möge es dein Wüle sein vor Dir, mein Gott, dass ich nicht mehr sündige“ usf. so und ähnlich lauten viele der schönen rabbinischen Gebete“ tut er mit diesen wenigen Worten ab, während er für die vermeintlichen Schwächen des talmadischen Sundenbewusstseins in seinen diesbezüglichen umfassenden Kapiteln recht viel übrig hat. Wenn er aber hinzufügt: ״Es ist einleuchtend, dass je nach dem Charakter des Betenden in solchen Worten viel oder wenig gesagt sein konnte“, so gilt das von jedem Gebet, ja schliesslich auch von den Worten der Bibel. Wenn wir aus der schöpferischen Kraft, der jene Gebete entsprungen, aus denen man die Reinheit der Seele spürt, nicht auf den Charakter der Religionsgenossenschaft sollen schließen dürfen, so sind wir mit jeder Möglichkeit, das religiöse Bewusstsein einer Zeit festzustellen, am Rande. Dann mag das aber auch von denen gelten, die für die christliche Thelogie die bedeutendsten Schöpfer des religiöstiefen Empfindens sind. ¬י) u. a.: Weber a. a. 0. S. 259: ״der Jade weiss sich allenthalben umfangen vom IJebel, vom Tode und von der Macht der Dämonen “.

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