Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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5684 שבט — אדר Heft 1/2 Januar—Februar 1924 Schule und Erziehung*). Von Studienrat Liili Freimann. Die folgenden Ausführungen beruhen gegenüber dem Standpunkt der individualistischen Pädagogik auf sozialpädagogischen Anschauungen. Die Schule wird als notwendiges Instrument der Erziehung betrachtet, nicht etwa nur als Sammelstätte zur Aneignung von Wissen. Welche Tatsachen begründen das Recht der Schule, sich als notwendigen Erziehungsfaktor zu betrachten? Das praktisch-soziale Moment, dass die Schule dem Individuum das Einleben in die Gesamtheit erleichtert, erscheint mir wohl wichtig, jedoch nicht tragfähig genug. Grundlegend ist dagegen die Tatsache, dass Schulen stets von Kulturgemeinschaften gegründet worden sind, die sich ihrer Eigenart bewusst waren und naturgemäss die Erhaltung dieser Eigenart für künftige Generationen erstrebten. Ja, mit einer gegenwärtigen Verwirklichung ihrer Ideale nicht zufrieden, stellt sich die Kulturgemeinschaft einen quantitativ und qualitativ höheren Stand ihres Daseins für die Zukunft vor; sie entwirft ein Wunschbild, das die nächste Generation verwirklichen soll. Zu bewusster Kulturgestaltung ist aber nicht jeder Einzelne fähig; es bedarf der Besten der Gemeinschaft, um in zielbewusster Erziehungsarbeit die gesamte Jugend zu Trägern ihrer Kulturziele heranzubilden. Die Gemeinschaft erneuert sich aus der Gemeinschaftserziehung heraus. Daher liegt der echte Sinn der Schule darin, *) Referat gehalten auf der Jüdischen Erziehungskonferenz am 9. 10. 1923 zu Berlin. 1