Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1923)
- Date
- 1923-11-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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S^S! 10. Jahrgang 5684 כסלו — טבת November—Dezember 1923 Heft 11/12 Goethe und die Bibel. Von Dr. Armin Blau, Hamburg־. Das wesentliche Merkmal des Genies und Menschen Goethe ist neben seiner Universalität seine Ausgeglichen• heit, seine Harmonie. Es gibt kaum ein Problem, kaum eine Solle ucs Pioblems ,,Mensch“, das Goethe nicht irgendwie behandelt, das er nicht bis zu einer einigermassen harmonisehen und befriedigenden Lösung geführt hat. So tief wühlend, so scharfumrissen, so lebendig bildkräftig in Form und Gebalt die dichterischen Gestaltungen das jungen oder reifen Goethe gehalten sein mögen — überall finden wir Gleichmass und klassische Vollendung, überall die musikalische Li• nie, die jeder DLroracz abhold ist und zuchtvoll gebändigtes Formg^i verrat Diese edle Linie, diese bindende Kraft der Ausgeglichenheit verdankt deV Olympier neben dem Geiste der Antike unverkennbar seiner allzeit wachen und von frühester Kindheit gepflegten Liebe zur B i b e 1, insbesondere seiner Liebe zum Alten Testament und dessen geheiligten Gestalten. Das unerschöpfliche Licht des .,Buch der Bücher״ erleuchtete seinen Lebensweg. der Menschheit bekennt er sich an seinem L /.u tiefster Ehrfurcht verpflichtet, wo er seine Erinnerungen in seiner ״Wahrheit und Dichtung״ sammelt und oMf Ererbtes und Erlebtes dankbare Rückschau hält. ״Niemal׳ kan״»׳! wir nie Bildung verleugnen, die wir von der Bibel hert ..ommen haben“, bekennt G. von sich. Berühmt geworden