Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1923)
- Date
- 1923-09-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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um n 10. Jahrgang ■ תשרי 6684 השד September—Oktober 1923 Heft 9/10 —י ■"■■«11׳■«"י’׳ 1? Zum fünfzigjährigen Bestehen des Rabbinerseminars. 1• Marchesdiwan 5634 — 1• Marcheschwan 5684• Jubiläen sind Dicht ursprünglich jüdische Sitte. Und doch stammt das Wort Jubiläum aus dem Hebräischen von dem Jobeljahre. Und was ist das Wesen des Jobel? Wiederbefreiung des Besitzes und der Persönlichkeit, eine restitutio in integrum. Aus der Verflechtung und der Verwirrung sollte jeder Israelit sich lösen, in die sein Eigentum und seine Persönlichkeit geraden. Unnötig zu bemerken, dass diese Lösung nicht nur eine körperliehe und materielle, sondern auch eine geistige sein soll, eine Selbstbesinnung auf den ursprünglichen Zustand der Freiheit, eine ßechenschaftsablegung auf die verflossene Zeit und auf ihre mannigfachen Nöten und Mühen. In diesem Sinne und n u r in diesem Sinne soll bei der 50. Wiederkehr des Gründungstages ein Ueberblick gegeben werden über das Jobel des Seminars, eine Rückversetzung in die Zeit der Gründung, eine besinnliche Darlegung dessen, was es gewollt und erstrebt, was es gewirkt und erreicht. Die Zeitgeschichte, auf deren Hintergrund und unter deren Einfluss sich die Gründung des Rabbinerseminars vollzogen, darf in ihren wesentlichen Zügen als bekannt vorausgesetzt werden.1) Die Assimilation Westeuropas, für die das Wirken Mendelssohns, die deutsche Aufklärung und die Haskala nur 1) Vgl. zum folgenden S. Goldschmidt: Die Gründung und Be־ deutung des Rabbinerseminars Jeschurun VII S. 217—255. 1