Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1923)
- Date
- 1923-07-01
- Page
- – (sequence 95)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Jüdische Grabmalkunst in Osteurop; 347 Neben diese große Gruppe der heraldischen und illustrierenden Ornamente tritt eine weit größere, man־ nigfaltigere und tiefgreifendere: die der Symbole. Hier wird nicht ein Name angedeutet, ein Schriftwort illustriert, sondern ein Gedanke vermittelt, der entweder ein Allgemeines über Leben und Ster־ ben oder ein Person־ liches über den Toten aussagt. Die Vermutung liegt nahe, daß diese Symbolik aus der Heraldik hervorgegangen ist. Mit der Zeit begnügt sich der Künstler nicht mehr mit dem Schematischen und bemüht sich, das Wappenzeichen aus dem Schablonenhaften herauszuheben, indem er eine eigene Idee in dieses hineinlegt, konstruktiv einen Gedanken mit ihm verbindet, der irgendwie mit den Dingen desTodes oder der Welt des Verstorbenen zusammenhängt. In dieser Phase der Entwicklung ist das Heraldische mit dem Symbolischen eng verknüpft, beides bildet ein Ganzes, bei dem das eine der Träger des anderen ist. Allmählich aber wird das Namensbild zur Nebensache und der Gedanke zur Hauptsache, das erste löst sich vom zweiten los, wird immer mehr verdrängt, bis es ganz unterdrückt ist, Abb. 42. Warschau. > 4