Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1923)
- Date
- 1923-07-01
- Page
- – (sequence 70)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- IRI
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322 Jüdische Grabmalkunst in Osteuropa einem Ziegel־ oder Holzdach vier nüch־ terne Wände, vielfach ohne Inschrift und kündendes Wort (wen es angeht, weiß schon, wer hier begraben liegt). Eine schmale Tür führt ins Innere, das durch eine Luke, mitunter auch durch Kerzenlicht notdürftig erhellt isL In der Mitte erhebt sich das Grab, ein nackter oder von ei־ ner Mauer eingefaßter Erdhügel (Abb. 7). In solchen Mausoleen Abb. 6. Baranowitschi. werden die Großen bestattet, die Fürsten im Reiche des Geistes. Auch die Chassidimrebbes finden in dieser Form ihre letzte Stätte, und deren Auhel spielt eine große Rolle im Leben der Chassidim. Dorthin pilgern sie im Laufe des Jahres, um seelische Gemeinschaft mit dem toten Führer zu pflegen (Abb. 8). Ihm schütten sie ihr Herz aus und vertrauen sie ihre geheimsten Gedanken an, ihre Sorgen, ihre Wünsche und Hoffnungen. In Wort und Gebet. Aber auch durch das medium des ,,Quitteis“. Das sind Papierstreifen, auf die Namen und Anliegen geschrieben und die aufs Grab niedergelegt werden in dem frommen Glauben, daß deren Inhalt auf irgend eine Weise den Weg zum Toten und dessen Fürsprache im Himmel findet. Von solchen Quittels sind die Gräber oft überschüttet. Und wenn diese umher־ gestreuten Papierfetzen auch nicht gerade ästhetisch wirken, insofern sind sie doch ein Schmuck, als sie die Zeichen einer י;<־#:׳