Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1923)
- Date
- 1923-07-01
- Page
- – (sequence 69)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Jüdische Grabmalkunst in Osteuropa 321 und sumpfig, und die Beschaffenheit des Bodens fördert allzuschnell die Verwesung. Im übrigen dürften bei all diesem die ausschlaggebende Rolle wirtschaftliche Gesichtspunkte gespielt haben, die Rücksicht darauf, daß hügeliges und unbebautes oder bewaldetes Gelände billiger ist als Kulturland, als Grund und Boden auf Feld oder Wiese. Nun ist aber der genannte Charakter der Gesamtanlage keineswegs eine Sonderheit der jüdischen Friedhöfe, auch christliche liegen bisweilen in Wäldern und auf Anhöhen und weisen eine mehr oder weniger wilde Ungepflegtheit auf, was für die ersteren aber typisch ist, das ist die Eigentümlichkeit ihrer Grabmäler sowohl an Form wie an Darstellung. Diese sind so besonders und so seltsam, daß sie dem Oberflächlichen* wunder lieh kraus erscheinen, wunderbar schön aber dem, der in ihr Wesen einzudringen versteht. Zunächst die Ferm: Es gibt drei Arten von Grabmalern: Das Auhel, der Umbau und die Stele. Das Auhel ist eine Art Mausoleum (Abb. 5 und 6). Allerdings ein äußerst primitives Mausoleum, ohne Aufwand und Luxus. Ein hüttenförmiger Bau, der, mehr oder weniger geräumig, ein oder mehrere Gräber Umschließt. Unter Abb. 5. Baranowitschi. 3tISE