Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1923)
- Date
- 1923-07-01
- Page
- – (sequence 66)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- IRI
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- Slonim 1× ep/1000502
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318 Jüdische Grabmalkunst in Osteuropa Schon die Gesamtanlage des Friedhofs zeigt ein eigenartiges Bild. Da*) ist keine Spur von Regel und sogenannter Kultur. Keines Gärtners ordnende Hand hat je hier gewaltet, und keine Schnur hat die Linie gezogen. Wild und wirr wuchert alles durcheinander, und Gräser und Kräuter, Gesträuch und Gebäum, das kriecht und rankt über Weg und Steg, schießt und wuchert über Gräber und Hügel. Und die Steine! Bald wanken sie wie hilflose Greise oder kauern verkümmert und verwittert auf ihrem Platz, bald sind sie tief in den Boden Abb. 1. Slonim. gesunken, als hätte die Erde, unersättlich, an den Toten nicht genug und wollte auch deren letztes Erinnerungszeichen in ihren Schoß hinabziehen. Das alles, diese gewollte Wildheit, diese betonte Ungepflegtheit der Gräber, eingegeben offenbar von der Abneigung gegen jede Form von Totenkultus, dies alles ist so schwer und so herb, so ernst und so düster (Abb. 1), ) Eine Ausnahme bilden die Friedhöfe der Großstädte, in die schon westeuropäischer Einfluß eingedrungen ist.