Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1923)
- Date
- 1923-07-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Die grosse Versammlung 255 Stückchen des Erbteils gewahrt, das Salz der Erde zu sein, der Sauerteig, der die schlummernde Trägheit in die Weite und in die Höhe treibt, er ist wohl ätzend und gährend. Doch, weil der ursprünglich geweihten Natur entfremdet, ist nur Unruhe und Zerstörung das Los dessen, das sie fördern wollen. Und ein grosser Teil, wiewohl mit Aufopferung einem Ideal hingegeben, der Sehnsucht nach der angestammten Heimat, den Verfolgten eine Ruhestätte zu sichern und auf eigenem Boden in der Sprache der Väter dem eigenen Selbst zu leben, unbeeinflusst von der Völker Denken und Fühlen, das jüdische Ich in ursprünglicher Kraft zu entfalten und nicht mehr Kulturdünger zu sein auf dem Acker der Fremden — auch dieser Teil der eigentlichen gottgewollten Aufgabe Israels sich entziehend. Das, was unser eigentliches Wesen ausmacht, um dessentwillen wir nur erwählt sind, um das wir Jahrtausende gekämpft und gelitten, davon sagen sie nichts, und die heilige Lehre, das Thoragesetz, findet als Grundlage des nationalen Seins bei ihnen keinen Platz. Aber noch immer, wie zu allen Zeiten der jüdischen Geschichte, lebt שאר ישוב, jener Rest, in dem unser ewiger Jude auf Erden wandelt, der jesajanische Gottesknecht, ,עבד ה. Nicht vorlaut, nicht zudringlich ist sein Wesen, er masst sich nicht an, eine grosse Rolle zu spielen, hat keine laute Stimme im Reigen der Völker. Er vollführt sein Werk in stiller Arbeit, gewissenhaft und unermüdlich wirkt er im Dienste seines Gottes: Nicht wird er schreien, noch auf der Gasse seine Stimme erschallen lassen. Doch bei den grossen Wenden der Geschichte des jüdischen Volkes, da tritt er hervor, jener Rest, der die eigentliehe Judenheit, der das wahre Judentum verkörpert, ob nun in der Treue jener Leviten, in der Jugendzeit unseres Volkes, oder in denen, die ihre Kniee nicht dem Baal gebeugt, als ein jeder sonst tat, was recht war in seinen Augen, ob in der langen Reihe der Propheten, ihrer Jünger und ihrer Gefolgschaft oder in den Makkabäerkämpfen, ob unter den Weisen, die dem Volke nach seinem politischen Untergang den Panzer des Religionsgesetzes schmiedeten, oder in der langen Golusnacht, da sich der Kreis um die Führer schloss, wenn nicht nur der Leib,