Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1923)
- Date
- 1923-05-01
- Page
- – (sequence 72)
- Language
- German
- Belongs to
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252 Bücherbesprechungen Ansicht über die mündliche Tradition als die Meinung Scheriras an, ein anderes Mal scheint ihm der spanische Text ursprünglicher. In seinen Anmerkungen wird er den Forschungen Halevys ganz gerecht, nicht so den anderer Forscher. Im Rahmen einer so gross angelegten Edition hätte es auch gelegen, den Quellen Scheriras nachzugehen Unausgeglichenheiten im Text zeigen den Weg. Es ist jetzt die Grundläge zu diesen und andern Forschungen gegeben. Dies ist das Verdienst Lewins. E. M. Lipschütz, Hebron. Max Brod: Franzi, Kurt Wülff-Verlag. Dies Buch widmet Brod jenen Kritikern, die es missverstehen werden. Recensent gehört zweifellos zu diesen. Denn er kann wirklich nicht verstehen, welch geheimnisvoll tieferer Sinn sich in dieser für das gesunde Empfinden, abstossenden und zugleich banalen Erzählung birgt. Das Thema, dass die Liebe einer Dirne den Mann stärker lockt als die einer Frau von wertvollem Charakter ist schon häufiger und auch glücklicher abgehandelt worden, Wollte Brod uns zeigen, dass er mancherlei Saiten auf seiner Leyer hat? Wir gestehen, wir hätten den Brod, der uns als Dichter und nicht zuletzt durch sein gewaltiges Bekenntnisbuch teuer geworden, lieber nicht auf diesem Wege gesehen. Oder will der Dichter uns ein abschreckendes Beispiel sexueller Verirrung vorführen? Auch dann wäre die Form schlecht gewählt. Eine merkwürdige Moral, die den Ehebruch mit der ehrbaren Frau als das wertvollere Verhalten des Helden hinstellte. Das erinnert uns an Paul Bourget’s ״Mensonges“. Dort wird von dem ״frommen“ Autor die ganze Schale der sittlichen Entrüstung über jene Pariserin ausgegossen, die ihren Geliebten mit einem alten Rouö betrügt, der ihren kostbaren Haushalt bestreitet. Der Ehebruch, den sie aber ihrem rechtmässigen Gatten gegenüber mit ihrem Geliebten begeht, wird als selbstverständlich hingenommen und garnicht in den Kreis sittlicher Beurteilung gerückt. h. Berich tiguog־. Die folgende Anmerkung, zu dem Aufsatz ״Zwei Wege“ gehörig, ist durch einen Irrtum des Setzers ausgefallen: Genau den Tradenten meiner oben gebrachten Erzählungen folgend, habe ich den Lubawitscher Rebbe: R. Schemuel genannt. Aus der Literatur ist mir ein R. Schemuel Lubawitscher als Zeitgenosse R. Jisroel’s Salant nicht bekannt. Der Urenkel vom Tanje, der Sohn des Zemach Zedek, hiess R. Boruch Scholem. Verantwortlicher Redakteur Dr. J. Wohlgemuth, Berlin Druck von H. 1 tzkowski, Berlin, Auguststr. 69