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Jeschurun · 1923-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1923) · page 65

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1923)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1923)
Date
1923-05-01
Page
– (sequence 65)
Language
German
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Neue Beiträge zur Geschichte usw. 245 gesagt, dass Tiberias erst von der Mitte des 2♦ Jahrhunderts an priesterliche Bewohner besass2). Dass Galiläa vor 70, also zur Zeit des Tempels keine zahlreiche Priesterschaft hatte, beweist eine alte Halacha3), die berichtet, die Bewohner Galiläas hätten die den Priestern geweihten Bann־ guter חרמי נהנים nicht gekannt, was die alten Kommen״ tatoren dahin erklären, es seien ׳unter ihnen die Kohanim nicht zahlreich gewesen. Auch die Beteiligung am Tempelkult wird nicht so gross gewesen sein, wie sie von Büchler angenommen wurde4), denn dieselbe Mischna teilt mit, dass die Galiläer den Begriff von תרומת הלשכה das heisst der Tempelhebe der Schekelgelder nicht kannten. Gegen die Annahme einer sehr zahlreichen Priesterschaft in Galiläa sprechen auch die Berichte, welche uns über die Wohnorte der Priester in Judäa Mitteilungen machen. Zu den bereits in anderem Zusammenhänge festgestellten Namen von יריחה ירושלים (in diesen beiden Städten gab es besonders viel Priester) ,מודיעים בית צב(ע)ים ,בית מקושש ,כפר ברקי ,ביודפני .גופנא dürfen wir noch ביתי־ינקופא und ביחרענובא und wahrscheinlich auch ביוד־צריפה—sämtlich in nicht allzu grosser Entfernung von der Stadt des Heiligtums — hinzufügen5). Angesichts dieser Tatsache, ist es kaum denkbar, dass Galiläa vor 70 eine besonders zahlreiche Priesterschaft, oder gar Mitglieder aller 24 Priesterabteilungen in etwa 24 Ortschaften hätte haben können. Priesterorte in Galiläa dürften vor 70 kaum mehr, als die oben genannten 5 gewesen sein. Die Lage änderte sich nach der Tempelzerstörung als die Priester die Hauptstadt und noch viele andere Orte in Judäa zu verlassen gezwungen waren. Sie wandten sich nach Galiläa, wo die Spuren ihrer neuen Niederlassungen in der Zeit nach 70 tatsächlich nachgewiesen werden können. Wir wollen im Folgenden die neuen Priesterorte nach weisen: -) Sabbat 84 a oben. 3) M Nedarim II4, s. dazu RSI u. RN 18b. 4) JQR 1904, 198 fr. *) S. meine Beitr. S. 4; ferner MGWJ 1917, 130 ff.; 1920, 18i t.

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