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Jeschurun · 1923-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1923) · page 57

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1923)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1923)
Date
1923-05-01
Page
– (sequence 57)
Language
German
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Neue Beiträge zur Geschichte usw. 237 enthält Yerhältnissmässig nur wenige Ortsnamen s), doch darf daraus gleichfalls nicht gefolgert werden, dass es um jene Zeit — kaum einige Jahrzehnte vor dem Kriege — nur so wenige jüdische Gemeinden in Galiläa exis tiert hätten. Schon der Umstand allein, dass einer der ersten etwas näher bekannten Tannaim Nittaj (oder Mattaj) aus dem galiläischen Arbel* 4) stammte, und dass dieser Lehrer jedenfalls eine angesehene Stellung in Jerusalem sich errang, spricht deutlich dafür, dass etwa um 150 vor der gew. Zeitrechnung bereits das religiöse Leben eine gewisse Höhe in Galiläa erreicht haben muss. Es darf auch auf die Mitteilung des Josephus hingewiesen v>׳eräen, wrcnach ein gesetzeskundiger Jude aus Galiläa, Namens Eleazar im Jahre 44 (vor) den adiabenischen Prinzen Izates veranlasste, das Judentum anzunehmen 5). Hierbei erfährt man, dass dieser Eleazar dem Prinzen das jüdische Prinzip mitteilt, dass es nicht genüge, das Gesetz zu lesen, man muss auch allseine Vorschriften befolgen. Es ist dies der in Abot I 17 im Namen von Simon b. Gamliel angeführte Satz: לא המדרש הוא העקר אלא המעשה, der — wie wir sehen — bedeutend älter ist als der Tradent desselben in Abot, — da er bereits um 40 bei den galiläischen Juden allgemein anerkannt war und von ihnen angewandt wurde. Der bedeutendste Schüler Hill eis, das spätere Synedriaioberhaupt Rabban Johanan ben Zakkaj, der nach einer talmudischen Mitteilung 18 Jahre im galiläischen ‘Ar ab lehrte, (wo auch ein anderer Lehrer, R. Dosa b. Iianina um jene Zeit lebte), dann einer der grössten Lehrer in Jerusalem ward, war wohl sicher ein Galiläer von Geburt 6). Von Jerusalem aus richtet Rabban Johanan b. Z. gemeinschaftlich mit Rabban Simon b. GamL ein die Abgaben betreffendes Sendschreiben 7) — wie dies übrigens schon ihr Vorgänger Rabban Gamliel I getan— an die Galiläer. Das s) Vgl. hierüber Dalman’s Orte und Wege Jesu 2. Aufi. 4) Abot I 7, Hag. II 2. ף A XX 2, 4. e) Nachweise in Beitr. S. 75 f. 7) Das wichtige Stück ist im Midrasch Tannaim S. 176 enthalten. Ich behandle es an anderer Stelle ausführlich.

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