Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1923)
- Date
- 1923-03-01
- Page
- – (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
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Neue Beiträge zur Geschichte usw. 139 erwiesen. Er selbst berichtet, dass er nach Beendigung des Krieges als Ersatz für seine in der Nähe Jerusalems gelegenen Güter, wo eine römische Besatzung zurückgelassen wurde, in der grossen Ebene J i z r e e 1 Ländereien von Titus angewiesen erhielt. Auch Vespasian schenkte ihm ansehnliche Güter in Judäa, Domitian gewährte ihm sogar Steuerfreiheit für seine Besitzungen in Judäa3). Waren diese ansehnlichen Ländereien etwa schon vor dem Kriege kaiserlicher Besitz? Keinesfalls! Vor dem Kriege waren sie in Besitz der jüdischen Bürger (der בעלי בתים); nachher aber, da ein Teil der Bewohner niedergemetzelt oder fortgeschleppt wurde, sind sie als herrenloses Gut betrachtet worden, mit dem der Kaiser nach eigenem Gutdünken schaltete und waltete. Ausdrücklich bezeugt dies Josephus an einer Stelle, wo er mitteilt, Vespasian habe Bassus beauftragt, das gesamte Land der Juden zu verpachten4). — und wir dürfen w׳ohl hinzufügen: an die im Solde Roms stehenden Juden zu verschenken. Auch Josephus’ neue Ländereien waren derartiga Güter, und da er sich in Rom in der Nähe des Kaisers aufhielt, so mussten sie durch in Palästina gebliebene Juden — wohl sicher durch die ursprünglichen Eigentümer, denen ihr Besitz genommen wurde, für den Römertreund, der auf diese Weise ein Erpresser seiner eigenen Volksgenossen wurde, bearbeitet werden. Ünd solche Erpresser gab es in Menge in allen Teilen des Landes. Sie nahmen nicht nur den Boden unrechtmässig in Besitz, sie Hessen die allmählich aus der Flucht und den Verstecken heimkehrenden rechtmässigen Besitzer nur mit der Bedingung in ihren Häusern und auf ihren Feldern wohnen und arbeiten, dass sie ihnen einen entsprechenden — natürlich entsprechend hohen Teil des Ertrags zukommen lassen.5) Hatten sie ja an der ף v 76. 4) B VII, 7,6. Zur richtigen Uebersetzung der Stelle s. Schürer I,4 640,141. 5) M Demaj VI, 2 (T VI, 7) המקבל שדה אבותיו מן הגוי וכר׳. Wie das Wort אבותיו zeigt, waren es gewöhnlich erst die Söhne, die in die Heimat oder ins Hans zurückzukehren sich wagten.