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Jeschurun · 1923-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1923) · page 89

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1923)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1923)
Date
1923-01-01
Page
– (sequence 89)
Language
German
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Israel Zangwill als Dramatiker 87 dem Menschenleben erst Wert und Vorrang über das Tier verleihen. — Nun gar vollends sich zu der Behauptung versteigere die Religion verbiete, hemme, unterbinde die,Fortschritte der Wissenschaft, dies ist eine fast an Sinnlosigkeit streifende Unterstellung mindestens für die jüdische Glaubensauffassung. In keiner jüdischen Schrift lindet 3ich die Wissenschaft der Medizin, Mathematik, Physik als religionsfeindlich hingestellt. Von der sinaitischen Zeit durch das talmudische, gaonäische Zeitalter hinduich bis in unsere Tage hat nicht einer unserer Grossen (viele von ihnen selbst grosse Aerzte, Astronomen, Mathematiker!) eine epochale Entdeckung oder Erfindung auf weltlichem Gebiete verketzert oder unfreundlich aufgenommen, vielmehr wurde sie als Geistestat, als Offenbarung göttlicher Grösse im Menschengeiste freudig begrüsst. Niemals waren unsere religiösen Führer welttlüchtige Obskuranten, Feinde der Wissenschaft und Volksaufklärung! In keinem Zeitalter wollten sie das Volk verdummen, dem gemeinen Manne die Bibel und unser Schrifttum vorenthalten, um für sich ein Privilegium, einen bevorzugten Stand zu schaffen. Dies ist zu bekannt, sodass nähere Ausführungen sich erübrigen. Doch auch alte Wahrheiten müssen von Zeit zu Zeit gegen neue Widersacher hervorgeholt werden. Es würde noch manches gegen die vielfach engherzige, unduldsame Auffassung dieses wild grollenden Predigers Trame von den positiven Religionsbekenntnissen zu sagen. Doch es lässt, sich schlecht gegen ein Drama polemisieren, es ist alles zu subjektiv gefärbt. Immerhin, obgleich das Stück manche Angriffe gegen die Religion enthält — nach unsren Ausführungen zeugt es doch von Kurzsichtigkeit des britischen Zensors, der das Stück als r e 1 i g i 0 n 8 f e i n d 1 i c h für die Bühne verboten hat. •5t Werfen wir noch einen kurzen Rückblick auf die Entwicklungslinie, auf der sich Zangwills dramatisches Schaffen bewegt. Es ist entschieden in aufsteigender

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