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Jeschurun · 1923-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1923) · page 82

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1923)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1923)
Date
1923-01-01
Page
– (sequence 82)
Language
German
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80 Israel Zacgwill als Dramatiker Mann mit Lederschurz und Hammer an den blinden Oberpriester heran, es ist Eli Oakshot der Schmied, ein Klient aus der früheren Christengemeinde des Pfarrers Trame, er will Rache nehmen an dem Räuber seines Glaubens, der soyiele seiner Glaubensgenossen verführt hat. In blindem Eifer verfolgt er den Priester bis an die Sakristei, lässt aber den Hammer sinken, da er den blinden Mann vor sich stehen sieht. Da erblickt er Wilfred, den Sohn, der dem Vater in Sorge nachgeeilt ist, ihn erfasst der Eifer für Gott aufs neue und er schlägt den ״Sohn Belials“ mit seinem Hammer nieder. Die Mutier Wilfreds eilt besorgt herbei, sie hat den Todesschrei des Sohnes gehört, sie bricht in bittere Anklagen gegen den Vater aus, der all dieses verschuldet hat. Es folgt eine grosse Abrechnungsszene zwischen der Mutter und dem Vater, dem Religionsstifter, der ihnen allen ihren Kinderglauben zerstört, der mit seinem öden Rationalismus dem Volke die Hoffnung auf ein Fortleben nach dem Tode raubt, sie auf ein Erdendasein hinweist, das so erbarmungslos ungerecht, durch Hunger, Krankheit, Tod beherrscht sei, und ihnen noch den letzten Trost nehme, den Ausblick auf Unsterblichkeit, auf eine ausgleichende, gerechter richtende Vorsehung. Wie soll ich glauben, ruft die verzweifelte Mutter an der Leiche ihres Sohnes aus, dass der ״Name“ meines Wilfred fortleben wird, dass dagegen seine Gestalt, Schönheit, sein Wesen, Charakter als Schatten verschwindet in Nichts! Nein, es gibt eine Un- Sterblichkeit, ein Wiedersehen von Person zu Person, und wenn auch der Vernunft und menschlichen Vorstellungskraft uobegreiflicb, wir müssen glauben, wir müssen uns an die Hoffnung klammern, um den Lebensmut aufzubringen zur Erhaltung und Fortpflanzung künftiger Geschlechter, um die jetzt unerträgliche Sklaverei (den ״Unfug des Sterbens“) des Todes ertragbar zu machen. Es ist ein unveräusserliches Naturrecht des Menschen, e3 zu glauben. Darum, so lässt der Dichter die Mutter erklären, müssen auch Kinder sterben, damit jedes Alter, auch das kindliche Alter, im Himmel vertreten sei. Wie könne er (ihr Gatte) eine neue Religion voll Harmonien und Gesetzmässigkeit auf bauen ohne diese elementarste,

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