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Jeschurun · 1922-11-01 · Heft 11-12 (November 1922) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1922)
Issue
Heft 11-12 (November 1922)
Date
1922-11-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Die Urattribute Gottes usw. 387 שם הרה enthält nach allen seinen Bedeutungen angesehen diese drei Urattribute. Ich bin der da ist, der Seiende, der das Sein der Welt ausmacht und wie die Substanz nicht nur das Eine im Gegensatz zum Vielen, sondern auch der Eine als alles Sein in sich befassend; Ich werde sein, der sein wird: der Unv er anderliehe, der Wahrhaftige und Treue und damit der Urgrund aller Gerechtigkeit; und endlich, der dessen Sein nicht von einem anderen bestimmt wird, in den also kein Moment der Unvollkommenheit eindringen kann, der absolut Heilige. Und diese Urattribute sind eben dadurch, dass sie gleichsam wie in einem Brennpunkt das Wesen und Wirken Gottes sammeln, mit besonderer Kraft in das jüdische Bewusstsein eingedrungen. Das Einheitsbekenntnis spricht der Jude tagtäglich morgens und abends, es begleitet den Sterbenden bei seinem letzten Atemzuge, und mit ihm auf den Lippen sind die Hunderttausende unserer Märtyrer in den Tod gegangen. שלש עשרה מדות die Entfaltung des Urattributs der liebenden Gerechtigkeit Gottes ist in den Mittelpunkt der Liturgie unserer heiligsten Tage und der Bussgebete gerückt. Und הקדוש ברוך הוא der Heilige, geloht sei Er, ist in nachbiblischer Zeit bis auf unsere Tage zum eigentlichen Namen Gottes in der Sprache des Volkes geworden. Psychologisch bedeutsam und für diese Urattribute charakteristisch, dass die Steigerung nach dem Inhalt von dem abstraktesten der Einheit über den von den dreizehn Eigenschäften der Gerechtigkeit erfüllten, zu dem reichsten der Heiligkeit, die ja die Grundlage unserer religiösen Lebensführung in den Heiligkeitsgesetzen ab gibt, im populär jüdischen Empfinden die umgekehrte Richtung nimmt. Von dem fast abgeschliffenen ״der Heilige gelobt sei er“ über den mit grösserer Inbrunst gesprochenen ״der dreizehn Eigenschaften“ zu dem mit der Empfindung des Erhabensten begleiteten ״Einen“. Alle drei aber von derHalacha durch Bestimmungen in ihrem besonderen Werte geschützt: שלש עשרה מדות und קדשה durch die Forderung der .Zehnzahl der Beter, das Sch’ma durch die der besonderen Andacht.

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