Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1922)
- Date
- 1922-09-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2292929-2293011-2293017--05788-2299071- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
5683 אלול — השר' 9. Jahrgang September—Oktober 1922 Heft 9/10 Mussarworte (aus dem ״Chofez Chaim“.) הפץ חיים ist der Titel der im Jahre 1873 erschienenen ersten grossen Mussarschrift des nach diesem Werke benannten und weltberühmten Chofez Chajim, dessen wirklicher Name Rabbi Jisroel Meir Kahan (auch der Raduner Zaddik genannt) wie so oft in der Geschichte der jüdischen Literatur, darüber in Vergessenheit gerät. Der Chofez Chajim gehört trotz seines ehrwürdigen Alters — er ist hoch in den Siebenzigern — zu den Persönlichkeiten des Ostjudentums, die die grössten Wirkungen ausüben. Von der Macht seines Einflusses kann man sich eine Vorstellung machen, wenn man bedenkt, dass er von vielen in Litauen, das bekanntlich fast gar keine Chassidim hat — auch der Chofez Chajim gehört nicht zu den Chassidim — als die bedeutendste Persönlichkeit des Judentums angesehen wird. Und dies wegen der seltenen Vereinigung von theoretischem talmudischrabbinischen Wissen und der Betätigung in Mussar, die ihm eigen ist. Als ich sein oben genanntes Hauptwerk kürzlich wieder zur Hand nahm, wunderte ich mich zuerst, dass dies für unsere schnellebige Zeit alte Buch — es ist schon fünfzig Jahre alt und gehört doch eigentlich nicht wie der Chauwaus Halewowaus, Schaare Teschuwa, Mesillas Jeschorim usw. zu unserer klassischen Mussarliteratur — noch solche Wirkungen auslöst. Ich wunderte mich noch mehr, als ich wie bei allen Mussarbüchern weder in Inhalt noch in Form das Zündende und Fortreissende wahrl