Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1922)
- Date
- 1922-07-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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UFUR 5682 א: 9. Jahrgang Heft 7/8 Juli—August 1922 Einiges aus dem Ideenkreis des R. Salman aus Ladi, des Begründers der ״Chabad.“ Von Dr. Isaak Unna, Rabbiner in Mannheim. Der mystische Zug, der unsere Zeit kennzeichnet, hat das Interesse für den Chassidismus und seine Erforschung erheblich gesteigert, und verschiedene populäre Darstellungen aus dem chassidischen Leben haben dieses Interesse auch .in weitere Kreise getragen. Manche Erzählungen von Perez geben eharakteristische Züge aus der chassidischen Welt, und Martin Buber hat sieb, oft mit Erfolg, bemüht, den chassidischen Ideenkreis dem westeuropäischen Publikum näherzubringen. Allerdings sind diese Darstellungen häufig sehr einseitig; sie betonen nur die Gefühlswelt der Chassidim und erwecken so den Anschein, als ob der Chassidismus in einem Gegensatz zum überlieferten Judentum stünde. Das ist aber keineswegs der Fall; der Chassidismus ist fest im Boden des Judentums verwurzelt, seine Anhänger vertraten ebenso wie seine Gegner die unbedingte Verpflichtungskraft der schriftlichen und mündlichen Lehre, und ihre Kämpfe sind nur eine Folge der verschiedenen Auffassung und Betrachtungsweise der jüdischen Ideen und des jüdischen Schrifttums. Die Chassidim betonen die Bedeutung des נסתר, der tiefen, verborgenen Gedanken, die in der Thora und in ihren Geboten enthalten sind; sie haben die Kabbala, die nur eine Geheim Wissenschaft für Eingeweihte sein sollte, popularisiert, und es entstand dadurch bei vielen ihrer Anhänger eine Gering- Schätzung des Talmudstudiums, der rationellen Auffassung und 1