Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1922)
- Date
- 1922-05-01
- Page
- Seite 214 (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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214 Untersuchungen über die Entwicklung usw. § 14. Wie die Listen eine Entwicklung durchmachten, die wir soeben an der Hand der Ueberschriften verfolgt haben, so haben auch die Ueberschriften selbst, unabhängig von den Listen, ihre Entwicklung. Wenn sie in der ältesten Zeit so kurz waren, dass man aus ihnen niemals auf den Inhalt der Liste selbst hätte schliessen können, sondern dass sie sogar zu Irrtiimern Veranlassung gegeben hätten, so bemühten sich die Späteren sie immer ausführlicher und exakter zu fassen. So lassen sich z. B. aus den Quellenangaben bei Ginsburg, The Massorah S. 10b § 20 für ein und dieselbe Liste folgende Variationen der Ueberschriften — wir können sie Erweiterungsformen nennen — feststellen. .1 חד מן י״ב נסבין א׳ בסוף תיבותא .2 י״ב יתיר א׳ בסוף ודגותא .3 י״ב מלין כתיבן א׳ בסוף ודבדתא יתירא . .4 י״ב מלין דכודבן א" בסוף ודבותא ולא קר י ן. Nach der Ueberschrift 1., kann, ja muss man annehmen, dass die Liste alle Wörter bringt, welche auf Alef endigen. Form 2., sagt uns bereits, dass nur solche Wortformen gemeint sind, die auf ein solches Alef endigen, welches überflüssig zu sein scheint. 3., spricht davon, dass dieses Alef geschrieben wird und 4., dass es wohl geschrieben, aber nicht gelesen wird, mit anderen Worten: ein Kere Ketib ist. § 15. Wir sind nunmehr am Ende der Geschichte über die Entwicklung der e in z e 1 n e n Massoraangaben angelangt. Ihre letzte endgültige Form ist durch folgende Momente gekennzeichnet: Die zu den einzelnen Beispielen gehörenden Bibelstellen werden durch die (teilweise) Zitierung der Verse selbst angedeutet. Die Reihenfolge der Beispiele folgt der Ordnung der biblischen Bücher oder dem Alef-Bet oder der Ordnung beider. Die Form der Ueberschrift ist dergestalt, dass aus ihr möglichst klar der Inhalt der Liste, die Zahl der Beispiele und der Grad der Vollständigkeit ersehen werden kann. Manche Termini in der Ueberschrift sind die Spuren früherer Entwicklungsstufen.