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Jeschurun · 1922-03-01 · Heft 3-4 (März 1922) · p. Seite 176

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
9 (1922)
Issue
Heft 3-4 (März 1922)
Date
1922-03-01
Page
Seite 176 (sequence 96)
Language
German
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176 Bücherbesprechungen es besonders, weil es in trefflich methodischer Weise Stufe für Stufe die Kinder in das Gebiet des Talmud einführt. Der Verf. fugt dem Text die betreffenden Urschriften hinzu und dann noch in Fussbemerkungen eigene erklärende Notizen. Einiges aas den Pirke Aboth bildet den Anfang, gleichsam eine Einführung des kindlichen Gemüts in die Denk- und Anschauungsweise unserer Weisen. Wahrlich die beste Morallehre, die ihren Eindruck auf des Kindes Herz nicht verfehlen wird. Dann beginnt der eigentliche Gemcro-Unterricht mit einigen Mischnahs and Berochoth und als Hauptteil folgt nun eine Auslese aus den drei Babas, und zwar zuerst eine Reihe Mischnas, dann diese im Einzelnen wiederholt mit der dazu gehörigen Gemoro, bis alle bisherigen Mischnas erledigt sind. Es ist die Methode der konzentrischen Kreise angewandt, die er in zwei folgenden Büchern fortsetzen will, sodass nach drei Jahren, etwa im 12. Lebensjahre das Kind einen so reichen gründlich darchgearbeiten Stoff in sich aafgenommen hat, dass es für ein grössere Aufgaben stellendes Gemorolernen befähigt ist. Wir sind Herrn Liverhant für seine treffliehe Arbeit vielen Dank, schuldig und empfehlen sein Buch weiten Kreisen, besonders denjenigen jüd. Schulen, die schon einen Gemoro-Unterricht eingeführt haben, oder die beabsichtigen, einen solchen einzuführen. S u 1 z b a c k. S. ScKachnowitz: Im Judenstaat der Chaearen. Verlag des Israelit G. hl b. K Frankfurt a/M, 1920. Der aus 2 Teilen bestehende Roman beschäftigt sich in dichterischer Gestaltung mit dem Verhältnis Chasariens zum Judentum. In reicher Szenerie, romantisch beleuchtet, ersteht das Reich: wie es sich unter weisen Herrschern zu hoher Lebensauffassung erhebt und schliesslich das Judentum annimmt. Nach einigen Jahrhunderten begegnen wir wieder dem Chasarenreicb, als zu ilm durch den Nassi Chasöaia im Kalifat zu Cordova Beziehungen gewonnen werden. — Der Roman erscheint durch erhebliche historische Studien gestützt. Was aber wesentlich ist: lebendige Darstelllung des Ganzen, phantastische Ausschmückung, dichterische Erfindung, wertvolle kulturelle und religiöse Tatsächlichkeiten machen den Roman zu einen! fesselnden, anregenden und belehrenden Buch, bes. für die Jugend. Nicht aus formalästhetischen oder rein künstlerischen Gründen ist der Roman geschrieben. Er vermittelt kein künstlerisches Programm, seine Erzählungsweise ist althergebracht. Für eine leidenschaftlich nach neuen Ausdrucksmitteln ringende künstlerische Strebung an sich, wie sie von jeder künstlerisch tief bewegten Generation verlangt wird, bietet er nichts. Aber er belehrt und belebt zugleich, verarbeitet viel jüdisches Kulturgut, erläutert jüdische Religion und jüdischen Geist, gibt kluge Mensehenschiiderung und ist sicher wohl geeignet, erzieherisch und belehrend zu wirken. In Allem: ein Buch, das sympathisch und schön, eine weitere Teilnahme verdient. Dr. W e j 1. Verantwortlicher Redakteur Dr. J. Wohlg-emuth, Berlin. Druck von H. Itzkowski, Berlin N.24 Augviststr. 69.

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