Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1922)
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 48 (sequence 48)
- Language
- German
- Belongs to
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48 Die ReligionsphilosopMe Hermann Cohen’s Die Religionsphilosophie Herrn. Cohen’s. Von Harry Levy, Berlin. (Fortsetzung). Der Begriff der Religion. I. Die systematische Frage. Am Individuum entdeckt Cohen Wesen, Eigenart der Religion, an der Religion —vda3 Individuum, entdeckt es als unabweisliches Desiderat, als Urkraft, Grundpfeiler, fundamentale Komponente des Bewusstseins, dessen Verwaltungsbezirke er doch schon unter Disziplinen der Philosophie restlos verteilt hat. Erkenntnis — Wille — Gefühl, — auf dieser Ksntiachen Dreieinigkeit erhebt er den Momment&lbau seiner Philosophie, den Dreiklang seiner Ideensymphonie, Logik, Ethik, Ästhetik der noch ergänzt, Untergriffen, umfasst werden sollte von einer Psychologie, die als Lehre von der Einheit des Kulturbewusstseins definiert wird.1) Aber für die Religion bleibt weder Raum noch Betätigungsfeld. ״Das System in der Philosophie scheint in den drei Gliedern, weiche Kant aufgestellt hat, geschlossen, und der vierte Teil, den unser eigener Systemversach in Aussicht genommen hat, kann diese Bedenken nur verstärken Was könnte es anderes geben ausser der reinen E r kenntn i 8, dem reinen Willen, dem reinen G e f ü h 1 e und der sie alle zusammenfassenden Einheit des Bewusstsei n s?“2} Die Frage nach der systematischen Einordnung der Religion ist aber für Cohen grundlegend, entscheidend nicht nur für den Wahrheitsgehalt der Religion, für die Bewahrung seiner Philosophie. Denn die ist in seinem Kern und Wesen Systematik. ״Die Philosophie kommt nur als System zu ihrem *) Die Darstellung der Psychologie ist nicht zur Ausführung ge״ kommen, wie wir glauben aus dem inneren Zwang der philosophischen Entwicklung des Autors. 2) Der Begriff der Religion im System der Philosophie (Giessen 10151 S. 15,