Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 9 (1922)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1922)
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2292929-2293011-2293013--05413-2298696- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
28 Mar Samuel Stamme waren bei ihnen von jeher übel berüchtigt und den ״Engeln des Verderbens״ gleichgehaltenus. Ueberdies hatten die Parther eine solche milde Herrschaft geführt und den Juden so viel Freiheit und Selbständigkeit gewährt, dass diese von einer neuen Dynastie in keinem Falle eine Verbesserung ihrer Lage erwarten konnten150. Auch in Palästina war man nicht wenig besorgt für das Schicksal der Juden in Babylonien unter der neuen Herrschaft. Als man R. Jochanan, dem Rektor der Akademie zu Tiberias, die Nachricht von dem siegreichen Vordringen der Chabarim brachte, überkam ihn grosse Angst, dass die bisher so glücklich gewesenen babylonischen Gemeinden nunmehr der Willkür eines barbarischen Volkes preisgegeben sein würden151. Das befürchtete Unglück liess auch nicht lange auf sich warten. Die zur Herrschaft gelangten Neuperser waren eifrige Anhänger der Zendreligion und Ardeschir, der sich das Epiteton Hormuzd-Verehrer beilegte 152, zeigte eine ausserordentliche Begeisterung für die Zoroasterlehre. Die Magier, die Priester der Feueranbeter, wurden am Hofe mächtig und einflussreich165 und auf ihr Anstiften wurde mit fanatischer Grausamkeit gegen die Andersgläubigen gewütet, wobei auch die Juden nicht verschont blieben. Ihre Synagogen wurden zerstört154, ihre Begräbnisorte entweiht155, der Genuss des Fleisches und der Gebrauch der Reinigungsbäder wurde ihnen untersagt156 und hierzu noch der Gewissenszwang aufgelegt, an gewissen Feiertagen der Magier für deren Lichttempel Pfannen mit glimmenden Kohlen zu verabreichen157. Am meisten war Rab, der Rektor der suranischen Hochschule, dem der letzte Arsakide Artaban ein Freund und Gönner war, über die eingetretene furchtbare Katastrophe entsetzt. Als die Nachricht vom Tode Artabans an sein Ohr drang, rief er trauernd und bestürzt aus: Gelöst ist das Band (der Freundschaft)158. Von der Unmenschlichkeit der Chabarim das Schlimmste erwartend, sprach er öfters: Unter der Gewalt eines Arabers und nicht eines Römers; aber lieber noch unter einem Römer, als einem Cheber (Gueber)Wie sich früher die Juden in Palästina