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Jeschurun · 1921-11-01 · Heft 11-12 (November 1921) · p. Seite 470

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 11-12 (November 1921)
Date
1921-11-01
Page
Seite 470 (sequence 52)
Language
German
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470 Untersuchungen uh er die Entwicklung usw. § 3. Ein besonderes Interesse wandten die Eabbinen schon in den ältesten Zeiten jenen biblischen Stellen zu, an welchen die Aussprache oder die Worterklärung in einem g e*w issen Widerspruch mit dem Schriftbild steht. a. Als die einfachste Art in diesem Zusammenhang ist zu nennen: 1 קי• וכתיב). Ein Beispiel statt vieler : G־n. 12; 8 wird אהלה (mit He) geschrieben und אהלו (mit Waw) gelesen. Siehe Bereschith rabba z. St. Vgl. auch Megilla 25 b. b. Häufige Erwähnung finden die הסעיות דתירדת die defekt i v a (= ohne die Vokalbuchstaben Waw und Jod geschrieben© Wörter) und p 1 e n a {= mit den Vokalbuch-־ staben Waw und Jod geschriebene Wörter); vor allem deshalb, weil aus ihnen halacliische Bestimmungen und zuweilen auch midraschische Deutungen gefolgert bezw. an sie angeknüpft werden. So bringt Chulin 60 a das Wort מקרן (Ps. 69;32); Sanhedrin 4 a: 2קרנת קרנת קרנות) (Lev. 4; 25; 30; 34); בסבת בסכת בסכות (Lev. 23; 42; 43); der Bibel im eigentlichen Talmud nicht ausdrücklich erwähnt werden (mit Ausnahme dieser zweifelhaften Stelle), während sie doch in der Massoraliteratur die ihnen zukommende Beachtung finden. Wenn mein verehrter Lehrer Professor Dr. D. Hoffmann הכ״מ in seiuem Werke: Das Buch Leviticus (Berlin 1905) I. Teil S. 94 schreibt, ״dass schon der Talmud und die ältesten Midraschim derartige Zeichen in verschiedener Weise zu deuten versuchen“, so bezieht sich dies wohl nur auf andere, hier bereits erwähnte Sch reibabnorm alitäten. (Die bei Hoffmann angegebene Stelle טור י״ד soll wohl 275 heissen). *) Die von uns rekonstruierte Ochla-Urschrift, wohl die älteste ״selbständige Massorasammlung“ enthält zwei geschlossene Teile, deren zweiter sich ausschliesslich mit diesen Thema beschäftigt, auch ein Beweis dafür, dass diese Art von Mässora hohes Alter und hesondere Bedeutung besitzt. 2) So die richtige Lesart nach der Münchener Talmudhandschriffc, ebenso Raschi. Unsere Talmudausgaben lesen falsch. Die Bibel ausgaben folgen der massoretischen Ueberlieferung gegen den babylonischen Talmud. Ueber das Verhältnis von Talmud und Massora vgl. § 7 dieses Kapitels.

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