Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1921)
- Date
- 1921-11-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2292929-2293004-2293010--05267-2298550- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
422 Mar Samuel Mar Samuel Rektor der jüdischen Akademie zu Nehardea in Babylonien*) von Rektor Prof. Dr. D. Hoffmann זצ״ל. Motto: Die Lehrer werden leuchten wie des Himmels Glanz; und die, so viele zur Gerechtigkeit weisen wie die Sterne immer und ewiglich. Daniel cap. XII. V. 8. ״Gott wusste, dass Israel die tyrannischen Gesetze Rom’s unerträglich sein werden, daher hat sie vorsorglich nach Babylonien ins Exil wandern lassen.“ (R. Chija in Pesachim p. 87 b). Es war ein grosses Glück für das Judentum, dass es in Babylonien 1 ein sicheres Asyl vor den grausamen Bedrückungen und Verfolgungen der römischen Gewalt gefunden und dass es in diesem seinem Zufluchtsorte lange vorher, ehe noch die furchtbare Katastrophe über das jüdische Volk in seinem Stammlande Palästina hereingebrochen war, sich ansässig gemacht und eingebürgert hatte. Anfangs ein Land der Verbannung, wurde Babylonien bald eine zweite Heimat für die Juden, wo sie unter einer milden Herrschaft sich eines blühenden Wohlstandes und einer friedlichen Sicherheit erfreuten, weshalb auch nur eine verhältnismässig geringe Anzahl derselben von der Erlaubnis Cyrus’, in das Vaterland zurückzukehren, Gebrauch machte. Die Juden Babyloniens hatten, wie eine alte, Seder Olam Zutta genannte Chronik berichtet, schon vor der Regierung Cyrus’ ein eigenes politisches Oberhaupt aus dem Davidischen Königshause unter dem Titel Resch Galutha (Exilarch): der erste dieser Fürsten war der in der Bibel (1 Chron 3, 17) erwähnte Schealtiel, der Enkel des Königs Jechonja, in dessen Hause sich diese Herrschaft bis ins elfte Jahrhundert forterhielt 2. *) Wir geben hiermit zur Erinnerung an Hoffmann זצ״ל seine Erst* lingsarbeit, die vor ca. 50 Jahren erschienen und im Buchhandel vergriffen ist. Sie zeigt schon alle Vorzüge der Arbeiten Hoffmanns und ist trotz der Fülle des zu Grunde liegenden Materials und der Wissenschaftliehen Durcharbeitung allgemein verständlich, ja fesselnd geschrieben.