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Jeschurun · 1921-09-01 · Heft 9-10 (September 1921) · p. Seite 420

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 9-10 (September 1921)
Date
1921-09-01
Page
Seite 420 (sequence 78)
Language
German
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420 Bücherbesprechungen Wir brechen ab. Nur eine Andeutung sollte es sein, nur ein Auftakt; aber die Symphonie verschweigen wir noch. Vielleicht konnten wir verständlich machen, welches uns die wahre Einstellung scheint, um Kulturerscheinungen wie Tagore zu begreifen. Frankfurt a. M. Dr. Hermann W e y 1. Maurice Fishberg: Die Rassenmerkmale der Juden. (Eine Einführung in ihre Anthropologie) München 1918, Verlag von Ernst Reinhardt. Der verdienstvolle jüdische Anthropologe M. Fishberg, dessen englisches Werk ״The Jews; A study of Race and Environment“ manchem bekannt sein wir, hat auch mit diesem heute noch sehr lesenswerten Buch eine wissenschaftlich und politisch gleich wertvolle Arbeit geliefert. In umfassender Weise wird das ganze anthropologische Problem aufgerollt, Gesundheit und Krankheit, körperliche und seelische Symptome werden genau untersucht. Klare Polemik gegen die leidenschaftsverführten Rassentheorethiker wird geführt. Besonders schön ist der Abschnitt über die anthropologischen Typen der Juden, wie sie in ihren europäischen, asiatischen, afrikanischen Unterschieden auftreten. Hier ist der ״jüdische Typus“ interessant analysiert und ergibt sich als Wirkung aus einer Anzahl körperlicher und seelischer Faktoren; aber er ist durchaus nicht auf die Juden beschränkt. Hier verspürt man eine leichte Ironie; die anthropologische Begriffsbildung kann bisher nur ganz äusserlich gewesen sein. — Sorgfältige photographische Abbildüngen schmücken das Werk und machen es allein schon wertvoll. Auch Physiognomiker, Künstler, Laien werden sich daran erfreun. Ich empfand es peinlich, dass Adolf Hepner, der anscheinend die Uebersetzung besorgte, über die auf Grund des Rituals ״ererbte hysterische Anlage“ der Juden eine ziemlich verantwortungslose Anmerkung (S. 142) nicht unterdrücken konnte. Erstens nämlich ist Hysterie kein so ohne Weiteres anwendbarer Begriff, urid zweitens zeugt es nur von Unverständnis, das religiöse Bewusstsein des Gläubigen (seine ständige Gotterfülltheit in Denken und Tat) als hysterisch zu bezeichnen. Weder Psychologie noch Psychopathologie sind bisher ausreichend, höchste geistige Komplexe wie Religion, Glauben etc. zu analysieren. — Fishberg selbst kommt zu dem Ergebnis, dass Judentum Religion war und ist, dass es aber eine jüdische Rasse nicht gibt. Dr. W e y 1. Verantwortlicher Redakteur Dr. J. Wohlg-eraulh, Berlin. Drude von H.!Ukowski, Berlin N. 24 Auguststr. 69.

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