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Jeschurun · 1921-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1921) · page 69

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1921)
Date
1921-07-01
Page
– (sequence 69)
Language
German
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Josef Israels usw. S81 von Farben, von Licht und Schatten, nach eines schönheitsdurstigen Gemüts. — den Forderungen Es ist seltsam zu sehen, wie tief er sich der ״Objektivität* unterordnete und trotzdem so tief ״subjektiv״ geworden ist. Wenn irgendwo, so gilt für den Künstler jenes eigentümliche von Kant aufgedeckte Prinzip des Transcendentalen: dass nämlich Erfahrung schon Geformtsein ist. Künstlern wie Israels (aber auch wie Goethe) erscheint schon Natur als Kunstwerk, weil die von ihnen erschaute Natur schon von dem unendlichen Reichtum ihrer schauenden Seele überstrahlt ist. Jetzt begreifen wir die holländische Tradition der Landschafts- und Genrekunst. Eine Schauensart hat sich vererbt, von Geschlecht zu Geschlecht. Ein idyllischer Lebensdrang pflanzte sich fort und zeitigte die gleichen Lebensblüten. Während die französische Kunst längst Impressionismus, Pleinairismus, expressionistische Früherscheinungen gebildet hatte, war in Holland eine malerische Tradition noch wirksam, die bis zu Sembrandt hinabreichte. Als J. reif war, hat er über sein Verhältnis zu Reinbrandt eine lichtvolle Studie geschrieben.1) Er beschreibt ein wenig seine eigene Laufbahn und bekennt, wie spät ihm das Verständnis der alten Meister aufgegangen sei. ״Und ich behaupte, dass man, wie intellektuell man auch sein möge, diese grossen Alten nicht so ohne Weiteres gemessen kann, es sei denn, dass man sie viel und oftmals gesehen und sich in ihre Kunst völlig hineingelebt hat. Will man den Charakter und den Tiefgang dieser Kunstäusserungen ergründen, so muss man ein durchaus geschultes Kunstempfinden besitzen״. Ganz bezeichnend ist für Israels, was er hier verehrt. Rembrandt: als Landschafter ist er ihm gross und unerreichbar, aber er bewundert ihn besonders als Darsteller des Menschen. Das Menschliche ist derart Zentralpunkt seines Lebens, dass er die Gestaltung des Menschlichen für die höchste 1)Josef Israels: Rembrandt; übersetzt von Else Ofcten, Berlin W 50, Concordia Deutsche Verlags-Anstalt.

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