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Jeschurun · 1921-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1921) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1921)
Date
1921-07-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Der konsequente Nationalismus 278 Patriotismus für das Fremdland geissein, das Lob, das uns als Kämpfer für das ״Vaterland“ gezollt wird, ablehnen, den Philosemiten, unsern Gönnern, entgegentreten und, aus unserer lächerliehen Verteidigungsstellung heraustretend, zur Offensive übergehen. Israel wartet noch immer auf das gerechte Urteil des sittlichen Weltgerichts. Wir klagen an, dass man uns das Recht nimmt, gleich anderen Völkern fehlerhaft und unvollkommen zu sein. Wir wollen uns nicht vor die Wahl gestellt sehen, entweder Tugendausbund oder Sündenbock für die Menschheit zu sein. Wir fordern von der christlichen Welt, dass sie uns endlieh Genugtuung gibt für die Greueltaten, die sie an uns jahrhundertelang verübt, wir fordern Sühne als Reue, Abbitte und Entsündigung, wir fordern für uns die dreigliedrige Forderung, die in diesem Kriege aufgestellt wurde: Sühne, Wiedergutmachung, Garantie. Erkenntnis der Schuld als sittliche Sühne, nationale Rechte als Wiedergutmachung, und die Garantie für unsere nationale Existenz kann nur Erez Israel sein. Für diesen Kampf auf der ganzen Linie wird nur eine Elite befähigt sein, die ein Martyrium auf sich zu nehmen gewillt ist. Eine Elite, die Strenge der Gesinnung, der Hand- Jung und des Bekenntnisses in sich vereinigt. Das Galuth muss wieder wie vormals einen tragisch-heroischen Charakter annehmen. Dann wird uns jene Schar der Geistes-Adligen, der Tapferen, der Opferbereiten, der Eiferer erstehen, die erkennen und bekennen, dass das Galuth niemals den Charakter der Fremde, der Heimatlosigkeit verlieren darf, verlieren soll, die für die ״Aufgaben des Unterwegs“ um so besser gewappnet sind, je mehr sie überzeugt sind, dass sie in der Fremde einen aussichtslosen Kampf führen und alle ihre Kraft nur dem zukünftigen Erben dient, dem Geschlecht, das in Palästina sich die Heimat erringt. Wenn der konsequente Nationalismus Ernst macht mit dem Bekenntnis zu seiner Theorie und den sich aus ihr ergebenden Folgen, dann wird auch ״die zionistische Zuversicht“ (so lautet das Schlusskapitel des Buches) nicht enttäuscht werden. Diese Zuversicht gründet sich aber darauf, dass es

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