Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1921)
- Date
- 1921-03-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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8. Jahrgang 5681 אדר שניי־ ניסן März-April 1921 Heft 3/4 Die Erwählung Israels. Pessach und Wochenfest, Befreiung des Volkskörpers und der Volksseele, die höchsten Gedenktage unserer religiösen nationalen Geschichte, jähren sich wieder und mit ihnen die Pflicht der Selbstbesinnung. Sind wir noch das auserwählte Volk, das Kleinod unter den Völkern, das Reich der Priester,' das heilige Volk? Hat der Schmelztiegel Aegyptens an unserer Generation seine Wirkung geübt, gedenken wir in Wahrheit dessen, nicht nur in der Gesinnung, sondern auch in der Tat, dass wir Knechte waren in einem fremden Lande? Haben unsere Leiden sich als Prüfungs- und Bewährungsleiden erwiesen? Wollen wir noch das auserwählte Volk sein, das von Gott erwählte Volk? Oder sprechen nicht die Vielen, Allzuvielen, die unseren Gott, unsere Lehre und unsere Geschichte nicht kennen oder nicht kennen wollen: Lasset uns hingehen und werden wie die anderen Völker? Hier Sucht nach Verschmelzung, dort völlige Hingabe an vermeintliche weltbeglückende Ideen, auf dem Wege durch das Chaos eines Weltenzusammenbruchs ein gott entfremd et es, gottentbehrendes diesseitiges Gluck aufzubauen, dort wiederum die Hoffnung, auf heiligem Boden ein jüdisches Staatswesen zu gründen, das der göttlichen Gesetzgebung entraten kann. Bei wenigen nur das Verständnis für die grund- 1egende Bedeutung, die der Lehre von der Erwählung Israels für das Dasein und Sosein unseres Volkes innewohnt, für sein Recht und seine Pflicht, sich einer Welt• gegenüber zu behaupten und aus seinen Leiden nicht die Verzweiflung zu nähren Sündern Erhebung und das sichere Bewusstsein seines Fortbestehens 7.11 schöpfen. 1