Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 8 (1921)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- Seite 88 (sequence 90)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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88 Bücherbesprechung. tende Phantasie, wahrhafte Vermählung־ mit Gott, das kann mir unsere ewige Heimat uns zuteil werden lassen: eine bedeutsame Lehre aus dem Munde eines Denkers für alle, die glauben, das Territorium sei irrelevant für die Heiligung und die irdische Vollendung des Juden. Noch wollen wir aussprechen, dass es uns eigenartig anmutet, wenn Dr. Ascher in seinem Aufsatz ״Wir sind ein Volk und einig woll’n wir handein“ (der sonst ganz ansprechend ist), für das בית דין ה:דול. das in א״י entstehen soll, R. Abr. Jizchok Kuk als den geeigneten Vorsitzenden bezeichnet, Uns scheint, dass es nicht die Aufgabe eines Einzelnen, noch so verdienten Mannes sondern der russischen usw. und palästinensischen גדולים ist, darüber zu entscheiden. Wolfsbtrg. Jüdische Geheimgesetze? von D. Dr. Hermann L. S t r ac k, Professor der Theologie an der Universität Berlin, Geh. Konsistorialrat. Mit drei Anhängen: Rohling, Ecker und kein Ende? — Arthur Dinter und Kunst, Wissenschaft Vaterland. — ״Die Weisen von Zion“ und ihre Gläubigen. C. A. Schwetsehke und Sohn, Berlin 1920. Preis2,00 ״ M. Der greise Gelehrte, der durch seine exege'ischen Werke, seine grammatischen Untersuchungen, seine Beiträge zur Erklärung der Mischnah und die Einleitung in den Talmud sieh um die jüdische Wissenschaft so hochverdient gemacht, ist bekanntlich einer der wackersten Streiter im Kampf gegen den Verleumdungsteldzug der sich quasi wissenschaftlich gebenden antisemitischen Pamphietisten. Weit mehr als ein Menschenalter führt er hier die Waffen gegen Gegner, die an Würde und Wissen unendlich tief unter ihm stehen. Den vielen Aufsätzen und Gutachten, den Schriften : ,,Die Juden, dürfen sie Verbrecher von Religions wegen genannt werden“ (Berlin IS *3) ״Sind die Juden Verbrecher von Reiigions wegen“!Berlin 1900 ״Das Blut im Glauben und Aberglauben der Menschheit“ (8. Auflage Berlin 1900) reiht sich nun die oben genannte an. In prägnantester Kürze ist hier zusammengetragen, wofür sonst Bände nicht ausreichen. Die besondere Fähigkeit Stracks, den Stoff übersichtlich anzuordaen und den Leser schnell zu orientieren, zeigt sich auch hier von der glänzendsten Seite. An kleinen Ausstellungen wäre zu notieren: Die Uebersetzungen der Teile des Talmuds hätte aufgeführt, ebenso vielleicht einzelne Beispiele der Irreführung näher beleuchtet werden können. Alles in Allem aber ist die Schrift gerade in ihrer Kürze ein unentbehrliches Handwerkszeug für die, die den Gegnern entgegentreten wollen. Möge Strack, den wir in die erste Reihe der הפידי אומות העולם stellen, es noch lange vergönnt sein, seiner Arbeit, die er ja nicht für Judenheit und Judentum, sondern für das Menschentum und ein recht verstandenes Christentum führt, mit ungeschwächten Kräften zu leben. J. W. Der Name des Verfassers der ״Beiträge zur Bibelexegese* im letzten Heft des Jeschurun, der durch ein Versehen ausgelassen war, ist Dr. Simon Schlesinger, Wien. Verantwortlicher Redakteur Dr. J. Wohlg^emuth, Berlin. Druck von H. Itzkowski, Berlin N. 24, August Straße 69