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Jeschurun · 1921-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1921) · p. Seite 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
8 (1921)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1921)
Date
1921-01-01
Page
Seite 2 (sequence 4)
Language
German
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9 Die Aufklärung. Taumel die Weitbeglüeker zu spielen, jedem Einspruch unzugänglichen Autoren, Uebersetzer und Verleger zu üben. Presse und Schriftsteller wollen ja zumeist die Glieder des jüdischen Volkes und vor allem jene .,Zurückgebliebenen“ in den Wirbel hineinreissen, damit sie .,schwimmen lernen“. Wieviele dabei ertrinken, was kümmert es sie. Und sie werden gestützt von den Grüppchen und Gruppen, von all den Führern, die noch nie einen Finger gerührt, um diesem Treiben Einhalt zu gebieten, wenn es nur mit der Marke ״national“ versehen war. Doch für die thoratreuen Organisationen wirkt hier ein Arbeitsfeld, das noch den Vorteil bietet, dass es sich hier nicht um Gegensätze in politisch-religiösen Fragen handelt und daher ohne Weiteres gemeinsam bebaut werden könnte. Wir denken hier nicht an die Richtlinien für eine Reform und eine Ausgestaltung des niederen und höheren Schulunterrichts, Was hier geschehen kann, ist■ wohl bereits in die Hand genommen. Dass es noch nicht genügende Früchte trägt, liegt vor allem an dem Mangel geeigneter Lehrkräfte, ein Mangel, dem voraussichtlich, wenn wie bisher sich immer mehr thoratreue Akademiker dem höheren Lehrfach widmen, und wenn die in unserem Geiste geplanten und bereits errichteten Lehrerseminare für den Osten ihre Hörer entlassen können, allmählich abgeholfen ־werden wird. Wir haben hier nur die Beeinflussung der bildungsfähigen und Bildung suchenden der Schule bereits entwachsenen Generation im Auge, die schon im Erwrerb stellt und aus Zeitungen, Wochen- und Monatsschriften, aus Broehüren und gelegentlicher Lektüre von Büchern sich auf den Stand neuzeitlich leidlich gebildeter Menschen zu bringen sucht. Hier könnte ein Mehr geschehen mit den Mitteln, die bereits vorhanden sind, um der ״Aufklärung“, die doch nicht abzuweisen ist, die rechten erzieherischen Wege zu weisen. Soweit die deutsche Sprache sich nicht als das rechte Organ der Verbreitung mehr erweist, wären die beiden jetzt für den Osten und Amerika noch oder neu herrschenden Sprachen: das Jüdisch-Deutsch und das Hebräische heranzuziehen. Wegweiser aber mag uns das viel gelästerte, aber wenig gekannte und darum auch in seiner Bedeutung nicht recht ge-

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