Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1920)
- Date
- 1920-11-01
- Page
- Seite 571 (sequence 75)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Der Schophar in den sibirischen Wäldern. 571 Und die Tekioh dehnt sich und dehnt sich, lang und immer länger. Alles erstarrt . . . Die Herzen sind schon vom vielen Weinen erstarrt .... Die Luft ist erstarrt .... Selbst der grosse sibirische Wald ist auch erstarrt ... Es hat ihm den Atem gerauht . . . Still . . . Alles ist bewegungslos . . . Die Vögel in den Zweigen, die Grillen im Grase sind verstummt... Es ist jetzt nicht an der Zeit, Lieder zu singen . . . Mit ־ gesenkten Aesten stehen die Bäume still, wie Trauernde mit gesenktem Haupt .... Und die Sonne, die den ganzen Morgen über voll Stolz und Mut geherrscht hat, ist plötzlich wie vor Scham rot geworden und hat sich zwischen die Wolken versteckt ... Lange, lange hat sich die ״Tekioh gedauloh“ der zehn ruhelos umhergejagten litauischen jüdischen Städtchen gedehnt und die grosse sibirische Einöde erschüttert . . . lieber den Begriff der Ehe im Judentum und im Neuen Testamente. Von Rabb. Dr. Daniel Fink, Berlin. (Fortsetzung.) Es wurden Adam alle Tiere vorgeführt mit der Forderung, ihnen Namen beizulegen. Es lag hierin eine direkte Aufforderung zu dem Versuche einer ersten Urteilsbildung. Gemäss der gesamten Veranlagung des Menschen konnte er für diese Funktion keine andere Norm gewinnen als diejenige, die sich aus den Beziehungen dieser Tiere zu ihm selbst bezw. zu seinen Erfordernissen und Bedürfnissen ergab. Das Tier, das durch die Eigenschaft der Wachsamkeit und Treue ihm auffiel, naunte er wohl sinngemäss ״Wächter“, jenes, das vermöge seines starken Nackens zum Ziehen des Pfluges wie geboren schien, ״Zugtier“ u. 8. f. Indem er solcher Art gegenüber allen etwa auftauchenden Bedürfnissen sich versorgt sah, dämmerte ihm ein wenig der Gedanke, dass er indes trotz alledem in