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Jeschurun · 1920-11-01 · Heft 11-12 (November 1920) · p. Seite 528

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 11-12 (November 1920)
Date
1920-11-01
Page
Seite 528 (sequence 32)
Language
German
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528 Der neueste Ansturm usw. hat er sich die geschichtliche Stellung und Leistung der Propheten ausgesucht Und was meint er über die Männer, die als Gottes wahrhaftige Herolde im ganzen althebräischen Schrifttum anerkanut sind, urteilen zu dürfen? Nun, zunächst beteiligt er sich an der neuerdings weitverbreiteten — den Geschiehtsquellen widersprechenden, aber der darwinistischen Theorie von der Aufwärtsbewegung aller Erscheinungen entsprechenden — Auffassung vom Ursprung des Prophetentums in Israel. Er weiss nichts davon, dass schon Abraham als Prophet (d. h. Sprecher) der Gottheit bezeichnet ist (1. Mos. 20,7), dass dann Mose das Prophetentum glorreich vertreten durfte, und dass zur Reihe dieser von Gott gesandten Propheten (Jer. 7, 25) weiter z. B. Samuel, Eiiah, Elisa, Amos, Hosea, Jesajah usw. gehörten. Er weiss auch davon nichts, dass von diesen Sprechern keiner sich auf den andern berief, dass sie vielmehr alle direkte Strahlen der einen Zentralsonne waren. Nach Delitzsch sind diese allgemein anerkannten Propheten einfach aus ״den Prophetenschulen“ hervorgegangen, obgleich davon nichts in den Quellen gemeldet ist, aber Amos (7,14 f.) ausdrücklich dagegen protestiert hat. Hier bewährt sich wieder einmal in eklatanter Weise, wras bei neueren Darstellern der Geschichte Israels oftmals bemerkt werden muss: Was in den Quellen steht, wird ignoriert, was nicht in ihnen steht, wird konstruiert. Fragt man weiter nach dem, was Delitzsch über den Quellpunkt der prophetischen Leistung bemerkt hat, so gähnt einem ein verlegenes Schweigen entgegen. Dem Bewusstsein dieser prophetischen Männer von der besonderen Art ihrer Gottesgemeinschaft gewährt er nicht eine Silbe der Berücksichtigung. Und doch haben sie schon z. B. durch die Unterscheidung der ähnlichen Geister (der Wahrsager und Zauberer), der Religionen mit ihrer verschiedenen Götterzahl, durch die Verwerfung des Bilderdienstes, durch die Höher- Schätzung der Moralität vor dem veräusserlichten Kultus, durch die Aufdeckung aller Arten von sittlichen und sozialen Schandtaten sich einen Anspruch darauf erworben, dass sie als Förderer

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