Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1920)
- Date
- 1920-11-01
- Page
- Seite 514 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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514 Der neueste Ansturm usw. althebräischen Schrifttums ihre Lebensaufgabe gemacht haben und sogar durch ihr Amt als akademische LeV!rer dazu verpflichtet sind, den Wahrheitsgehalt dieses Schrifttums festzustellen und seine geschichtliche Bedeutung zu würdigen. Deshalb wuchs der Entschluss zur Abwehr jenes Angriffs auch in meiner Seele empor, und w'enn die Schwierigkeit des Kampfes mich zurückweichen lassen wollte, wurde ich in memem Entschluss durch die Hilferufe bestärkt, die von vielen Bibelfreunden an mich gerichtet wurden, dass ich doch, wie einst im Babel-Bibel-Streite, so auch jetzt wieder in die Arena des Geisteskampfes hinabsteigen und der biblischen Wahrheit zum Siege verhelfen möge. So ist meine Gegenschrift ״Friedrich Delitzsch’s“ ״Die grosse Täuschung״ ״kritisch beleuchtet״ mit Gottes Hilfe, wie ich gern bekenne, entstanden; und mm darf ich infolge einer gütigen Anregung des geehrten Herausgebers dieser Monatsschrift die Freude haben, vor deren Leserkreis die Hauptgedcinken meiner Gegenschrift zu entfalten. I. Als ich darüber nachdachte, wie Delitzschs Angriff erfolgreich abgeschlagen werden könnte, musste ich mir dies sagen: Das wichtigste Hauptmittel zur Besiegung eines Angreifers ist allemal die Aufdeckung der allgemeinen Voraus- Setzungen, von denen sein Angriff ausgeht. Wenn sozusagen der Boden, auf dem die Mauerbrecher des Gegners aufgesiellt sind, als ein haltloses Gerolle erwiesen wird, dann sinkt mit dem haltlosen Boden auch der Angriff selbst in sichzusammen. Deshalb musste meine erste Hauptaufgabe darin besteben, die Sicherheit der Grundlagen zu prüfen, von denen aus Delitzsch seine Vorstösse gegen die Autorität der israelitischen Religionsgeschichte unternommen hat. Diese allgemeinen Ausgangspunkte von Delitzschs Angriff sind von mir aber in folgenden vier Momenten erkannt worden. 1. Sein erster Ausgangspunkt liegt in der M e i ־ nung von der gänzlichen Unsicherheit der Geschichtsberichte Israels über seine älteste Zeit. Denn mit den