Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1920)
- Date
- 1920-09-01
- Page
- Seite 495 (sequence 79)
- Language
- German
- Belongs to
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Bücherbesprechungen. 495 Vertiefung: von Begriffen, die durch sich stetig forterbende gleiche liebertrajr1.־ug banal geworden, die Durchdringung des Textes mit bedeutenden religiösen Gedanken. Die Nachteile: Ein Abweichen von der allgemein angenommenen Erklärung auch dort, wo diese durchaus zutreffend und befriedigend ist, ein öfteres Hineinlegen in den Text, das auf den der sich an den grossen פשטנים unserer mittelalterlichen Exegese gebildet, befremdend wirkt und das Streben, unter dem selbstgewählten Zwang, den Inhalt des Kommentars in die Uebersetzung zu pressen, Wortgebilde zu prägen, die das deutsche Sprachgefühl verletzen und zum Schmerze des Lesers der Wirkung einer formvollendet und echt poetisch gestalteten Partie (wie in der vorliegenden Uebersetzung des אתיתי להבבך durch das Wort ״Emporhöhe“) Abbruch tun. Vf. wollte doch nicht bloss einen populärwissenschaftlichen Apparat zum Schulgebrauch geben, sondern durch seine Uebersetzung wirken. Dann dürfen die Gesetze der Aesthetik, zu denen auch die Unterordnung unter das Sprachgefühl der Zeit gehört, nicht verletzt werden. Und schliesslich darf nicht vergessen werden, dass uns fast hundert Jahre von der Zeit trennen, in der S. R. Hirsch sich seine Gedankenwelt und seine Ausdrucksweise schuf. Es soll damit nicht gesagt sein, dass alle oben erwähnten Stellen uns Anlass zu Ausstellungen geben. Eine Reihe der angeführten erscheinen uns gut und einleuchtend Das Gute würde noch mehr hervortreten, wenn wir ganze Parueeu hätten wiedergehen können. Es soll auch zugegeben werden, dass die Sprachwidrigkeiten verhältnismässig sehr selten und nur dort vorhanden sind, wo Vf. dem von ihm als richtig angesehenen Grundsatz folgen zu müssen glaubt, eine besonderen Auffassung auch durch ein eigenartiges Wortgebilde der Uebersetzung wiederzugeben. Nicht minder anzuerkennen ist, dass die Uebersetzung fast immer ohne den Kommentar verständlich ist. Steilen, wie auf S. 15 die Uebersetzung von צדקם להקפות בניב שרעה פעלם בקרב שנים ״ .לשמעה עת רצון ויום ישועה סביבת קרן וברית שבועהIhre Gerechtigkeit lässt uns mit fieheDder Lippe in ihrer Stärke verkünden, ihr Wirken, dass erst im Kreislauf der Jahre hinausdriDge die Kunde — und der Tag wird uns zur Stunde göttlichen Gefallens, ein Tag des Heils: (denn vor Seinem Angesicht steht) der Akeda Tat und das eidlich verbriefte Bündnis“, die erst eines Kommentares bedürfen, kommen wenig vor. Wer da weiss, wie undankbar und schwierig die Kunst des Uebersetzens im Allgemeinen ist und nun noch gar die eines so spröden Stoffes, wie der der Piutim, und wie die Schwierigkeit sich potenziert, wenn man aut Worttreue ausgeht, der wird die mühselige Arbeit, der sich Vf. unterzogen hat, zu würdigen wissen und ihm dafür dankbar sein. Der Kommentar soll nach dem übrigens schönen ״Geleitwort“ des Vfs. ״die Uebersetzung rechtfertigen, den Paitan begleiten und seinen Empfindungen und Gedanken nachgehen“. Auch diesem Vornehmen ist der Vf. gerecht geworden. Ein warmes religiöses Fühlen und edle Gedanken