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Jeschurun · 1920-09-01 · Heft 9-10 (September 1920) · p. Seite 481

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 9-10 (September 1920)
Date
1920-09-01
Page
Seite 481 (sequence 65)
Language
German
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Tohuwabohu. 4SI wendet sich gegen alle drei Konfessionen des Christentums in gleicher Weise. Und ebenso werden in Gulliver’s Reisen die Schwächen des Allgemeinmenschliehen der Zeit gegeisselt. Er ist nicht Satiriker im Dienste einer Partei. Das aber ist Gronemann. Oder meint G., dass der Zionismus und seine Geschichte, seine Bekenner und Führer nicht reichlich Stoff zu einer Satire geben würden? Wenn gerade die Grossen ausgerechnet nichijüdische Frauen haben, Führer dieser angeblich an die älteste Tradition anknüpfenden Bewegung vom Schweinebraten weggeholt werden müssen? Wären all die phrasendreschenden Redner, all die von Eitelkeit und kleinlichem Ehrgeiz getriebenen Vereinsvorsitzenden, die Cafeiiteraten, die jung-jüdischen Dichter aus der hebräischen und deutschen Literatur kein dankbares Objekt? Unsere Besprechung hat bisher fast nur Ausstellungen gemacht. Es muss aber doch gesagt werden, dass in dem Buche viele Stellen sind, in denen sich der Vf. zu einem edlen Pathos erhebt, aus denen wir erkennen, wie leidenschaftlich er von seiner Idee beherrscht wird. Und dankbar soll in einer Zeit, in der wir zumeist seichteste Unterhaltungslektüre, sexuelle Giftbluten oder expressionistisch und dadaistisch sich gebärdende Stilübungen in die Hand bekommen, anerkannt werden, dass der Vf. Gutes in unserem ״altmodischen“ Stil zu sagen vermag. Wer nun gar das Bedürfnis hat, sich an Humor und Witz zu erfreuen, und wer hätte das nicht in diesen Jahren, in denen so viel Trauriges unsere Kraft zermürbt, der sollte zu diesem Buch greifen und wird von der Lektüre reichen Genuss davontragen. Es ist ganz unmöglich, hier einzelne Beispiele beizubringen; alle paar Seiten ein Schlager. Wie Jossel Schlenker in eine liberale Synagoge Berlins gerät und Zeuge einer Trauung wird und nun der Meinung ist, er hätte einen Popen vor sich, wie er ״den homiletischen Verein“ für eine Beerdigungsbrüderschaft hält. Die Debatte zwischen dem Professor Hirsch und dem Rabbiner Dr. Magnus: In seiner Erregung sagt der Professor: ״Alle ihre schönen Predigten sind kein Heller wert ohne die Tat, die dahinter steht!“ Darauf

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