Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1920)
- Date
- 1920-09-01
- Page
- Seite 417 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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7. Jahrgang■ Heft 9/10 September-Oktober 1920 Das jüdische Gewissen. ,An diesen Völkern wirst du keine Ruhe finden, der Ewige wird dir dort das Hers erzittern, die Augen schwinden und die Seele verschmachten lassen. Dein Leben schwebt vor deinen Augen in Gefahr, du ängstigst dich des Nachts und am Tage und fühlst dich nicht deines Lebens sicher. Am Morgen sprichst du: 0 wäre es Abend! und am Abend sprichst du: 0 wäre es Morgen! ob der Furcht, die du im Herzen hegst und ob alles dessen, was deine Augen mit ansehen müssen. Dein Leichnam wird den Tieren der Erde zum Frasse dienen, und keiner wird sie fortscheuchen״. ,Getrunken hast du aus der Hand des Herrn den Becher Seines Grimmes, den tiefen Tauinelbeeher hast du geleert bis auf die Neige! Zweierlei hat dich betroffen, und wer empfindet mit dir Mitleid? Verderben und Untergang, das Schwert und der Hunger, wie soll ich dich trösten?! Deine Kinder verschmachtet, hingestreckt auf den Gassen, wie der Stier in seinen Stricken, übermannt vom Grimme des Herrn, vom Dräuen deines Gottes.״ ״Du hast uns verworfen und beschämt, ziehst nicht aus mit unseren Scharen. Du lässt uns vor dem Feind den Rücken wenden, dass unsere Feinde plündern können. Lässt uns wie Schafe verzehren, streust uns unter die Völker. Verkaufst dein Volk für ein Nichts, und steigerst nicht den Kaufpreis. Gibst uns der Schmach unserer Nachbarn preis, dem Spott und Hohn unserer Umgebung. Machst uns zum Spottlied unter den Völkern zum Kopfschütteln unter den Nationen . . . l