Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1920)
- Date
- 1920-05-01
- Page
- Seite 312 (sequence 114)
- Language
- German
- Belongs to
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312 Leben und Wirken Dr. I. Hildesheimers. messen, welche Anerkennung, ja schwärmerische Verehrung ihm im Laufe der Zeit zuteil geworden war, weit über den Kreis seiner Gesinnungsgenossen und der jüd. Glaubensgemeinschaft hinaus. Wie damals zahlreiche Schüler, oft aus weiter Feme, um ihn sich scharten, bedeutende Kultur- und Wohltätigkeits- Vereinigungen, ansehnliche Gemeinden, und vor allem Adass Jisroel und Seminar ihm mit Ehrengaben und Adressen huldigten, das bewies, dass es einem einzigartigen Mann galt, der seinem Volke Licht und Stern war. Des Greises mildes Licht leuchtete noch einige Jahre, bis, zu Beginn des Jahres 1895, das Alter bei dem rastlosen Arbeiter, der seinen Kräften nur selten Ruhe gegönnt hatte, seine Rechte geltend machte. In beschaulicher Müsse konnte Hildesheimer noch einige Jahre sehen, wie sein Werk in seinem Sinne weiter geführt wurde, konnte noch sich erfreuen an den Kundgebungen zum 25. jährigen Jubiläum ״seines“ Seminars im Tewes 1898,. Als er am 4. Tammus 5659 1899 die Augen zum ewigen Schlummer schloss, da ertönte einhellige Klage um ihn, die ausklang in den Worten הוי אדון הד הודו. War er doch der Herr auf dem Gebiete religiöser Betätigung, der von den Gaben, die eine gütige Vorsehung ihm verliehen hatte, gern und freudig mitteilte, seine Getreuen als Mitarbeiter nicht als Untergebene behandelnd; war er doch seines Volkes Stolz und Zierde, allwo echt jüdische Herzen schlugen. Was Wunder, dass bei seiner Bestattung wiederum eine schier unzählbare Menge von Schülern, Freunden und Veiehrern sich zusammen fanden. Mit solchen Ehren ward wohl kaum jemand in Berlin zu Grabe gebracht. An demselben Tage, wie einst R5 Jacob b. Meir, gennannt R’Tam, ging Hildesheimer in die Ewigkeit ein. Gleich diesem grossen Meister war er der Judenheit zweier Länder Führer und Lehrer, war er das religiöse Gewissen seiner Zeit 'and suchte seinen Ruhm darin, viele Schüler auszustellen und des Gesetzes treuer Hüter zu sein. Wir haben ein Bild vom Streben und Wirken Hildesheimers der Nachwelt vor Augen zu führen versucht. Eine kurze Cha-