Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 7 (1920)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1920)
- Date
- 1920-05-01
- Page
- Seite 311 (sequence 113)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Leben und Wirken Dr. I. Hildesheimers. Bll in Maimuni’s הלבות קידוש החדש und über die Einrichtung des heroäianischen Tempels nach der Beschreibung des Flavius Josephus. Halachisch und literarisch höchst wichtig ist seine Ausgabe der in der Vaticana Vorgefundenen Rezension derHalachoth Gedolofh, der sog. ד,״ג של אפפמיא, deren Edition dem verehrten Rektor übertragen zu können, dem Leiter des Vereins Mekize Nirdamim, Abraham Berliner s. A., eine hohe Freude bereitete. Seinen Anregungen auf dem Gebiet der Wohltätigkeit folgte man überall freudig. Er war, neben S. R. Hirsch, der berufene Sachwalter des glaubenstreuen Judentums in Deutschland. Er galt a b e r a u c h als halaehische Au torit ä t. Hier suchte er seine Stärke nicht sowohl auf rein theoretischem Gebiet, als vielmehr auf dem der praktischen Ent- Scheidung, obschon er in der talmudischen Diskussion wohl auch seinen Mann stand. Ihm eignete eine seltene Belesenheit in der weitschichtigen talmudisch-rabbinischen Literatur bis zu ihren letzten Ausläufern; vor allem aber besass er eine untrügliche Sicherheit im Erfassen des eigentlichen Wesens eines Problems, ein klares, besonnenes Urteil, sodass von überall her Anfragen an ihn ergingen. Sein Urteil in halachischen Dingen galt auch sehr viel bei den talmudischen Autoritäten der anderen Länder, in Ungarn, aber auch in Russland, wo besonders R. Jizchok Elchonon, später in Kowno, ihn sehr hoch schätzte und sich ihm in herzlicher Freundschaft verbunden fühlte. Allen an ihn herantretenden Anforderungen wurde er gerecht, indem er auch die Nachtruhe, mit Ausnahme des Sabbats, opferte. Ja, Hildesheimer w״ar im Laufe der Jahre ,מדירנא דאומודד geworden, bei dem alle Fäden des jüdischen, öffentlichen Lebens zusammenliefen. Aber, all dies hätte er nicht leisten können, ohne seine herrliche Gattin, die, ein wirklicher עזר כנכדו, ihm zur Seite stand und alles Störende ihm aus dem Weg räumte. Ein nie verschmerzter Schlag für ihn war ihr vorzeitiger Tod im Siwan 5643—1883, für den er Linderung in der Liebe und Fürsorge seiner Kinder und Schwiegerkinder fand; ihre Hingabe erfreute, seitdem seinLeben. Ein herrlicherLichtpunkt war dasFest seines 70. Geburtstages. Nur der, der dessen Zeuge war, kann er-