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Jeschurun · 1920-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1920) · p. Seite 309

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1920)
Date
1920-05-01
Page
Seite 309 (sequence 111)
Language
German
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Leben und Wirken Dr. I. Hildesheimers. 309 mit schärfster Kritik und ausgesprochen destruktiver Tendenz herantraten, ein Umstand, dem doch das Wirken des besonnenen David Cassel und des streng frommen Israel Lewy nicht das nötige Gegengewicht bieten konnte. Hildesheimer aber wollte wirkliche ״Rabbinen“ ausbilden, so wie er das Wesen des Standes auffasste, nicht sog. Theologen, — ein dem Wesen des Judentums fremder Begriff, — sondern Jünger, die sich dessen bewusst sein sollten, dass der lebendige Quell des Thorawortes nur auf den von den Weisen des Talmud und ihren Interpreten geleiteten Wegen dem jüdischen Volk erschlossen werden darf. Keinesweges aber sollte das, was zur sog. theolog. Wissenschaft gehörte, den Schülern vorenthalten werden; sie sollten es vielmehr gründlich kennen lernen, freilich jedoch in dem Sinne, wie unsere Lehrer das Wort כי אל דעות ה׳ au siegen, dass alles Streben und Wissen von der Erkenntnis des göttlichen Allwissens zur Anerkennung Seiner Ewigkeit und der Unvergänglicbkeit Seiner Lehre führe. Sein Wahlspruch, der auch der des Seminars sein sollte, lautete: ככל דרכיך דעהו והוא יישר ארהוודך, auf allen Wegen Gott zu erkennen streben, indem an der Hand der Schriften unserer grossen Denker, von Saadia bis Maimuni und Crescas, die Schüler in die reiche Gedankenwelt des von göttlichem Geiste erfüllten Judentums eingeführt werden, da nur so für sie die Möglichkeit gegeben war, auf gerader, geebneter Bahn zu gehen, nicht blind gegen die Erfordernisse מ wahrer tatfördernder Wissenschaft“, und darum nicht geblendet von einem wohl glänzenden aber irreführenden Liebt bestechender Hypothesen dahinzuschreiten und andere zu leiten. Nur solche Führer von Gemeinden wollte er heranbilden. Die Gründung des Seminars wird in diesen Blättern von berufener S3־ite geschrieben, seine Ausgestaltung und Entwickelung bleibe einem späteren Zeitpunkt, der Jubiläumsfeier der Anstalt, s. G. w., Vorbehalten, in der auch Hildesheimers Wirksamkeit darin näher darzustolien ist. Hier sei nur hervorgehoben, dass neben der Fürsorge für seine Gemeinde, der er schliesslich zur Anerkennung von Korporationsrechten verhalf, für die Religionsschule, für die allgemeinen Fragen des Judentums und die Wohlfahrtsbestrebungen, seine intensivste Tätigkeit dem Rabbinerseminar

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