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Jeschurun · 1920-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1920) · p. Seite 308

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1920)
Date
1920-05-01
Page
Seite 308 (sequence 110)
Language
German
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WB₪₪u₪mxaa₪K₪s₪₪umu₪Baamn₪nBBBMwm₪₪₪BB₪₪₪o₪₪₪B₪₪₪m 308 Leben und Wirken Dr. I. Hildesheimers. wackeren, aus Eisenstadt ihm gefolgten Nathan Deutschländer, die grosse Anforderungen an ihre Zöglinge stellte, und die in steigender, bis zum heutigen Tage andauernder Entwickelung für die religiöse Belehrung und Begeisterung weiter Kreise der Berliner Judenheit Grosses gewirkt, ihnen einen beträchtlichen Fonds biblisch-talmudischen Wissens vermittelt und den grössten Teil der Schüler zum mindesten mit tiefer אהבת התורה erfüllt hat. Seine zweite Grosstat ist die Gründung des Rabbinerseminars im Herbst d. J. 1873. Sie ist die gradlinige Fortsetzung seiner Eisenstädter Rabbinatsschule, von der er einige Jünger mit sich nach Berlin genommen hatte. Auch in dem neuen Wirkungskreis war er ja von lernbegierigen glaubensbegeisterten Studierenden sehnsüchtig erwartet worden, die von ihm Unterweisung und Führung erhofften. Zunächst sollte Hildesheimers Jeschiba sich an das Beth-Hamidrasch anschliessen und in dessen Rahmen eine Gestaltung, wie die Anstalt in Eisenstadt, erhalten. Eifrig wurden die Vorarbeiten hierzu getroffen, doch, da man nicht ihm die alleinige Leitung und Verantwortung übertragen wollte, die um ihn sich sammelnden Bachurim aber nur in eine ausschliesslich von seinem Geist durchdrungene und von ihm beseelte Anstalt eintreten zu wollen erklärten, so konnte er auf die Pläne des Vorstandes der Beth-hamidrasch Gesellschaft nicht eingehen. Nachdem er in einem freien Lehrbetrieb schon vom Tage unmittelbar nach seiner Ankunft in Berlin in unausgesetzt eifrigem Unterricht die Schüler in Talmud, Poskim und wissenschaftlichen Fächern unterwiesen hatte, ergab sich für ihn die Notwendigkeit, eine geschlossene, strenger disziplinierte Anstalt in Form eines ״Rabbinerseminars״ in’s Leben zu rufen. Die Verhältnisse drängten gewissermassen dazu, nachdem!1/2 Jahre zuvor die ״Hochschule für die Wissenschaft des Judentums“ ins Leben gerufen worden war, die neben ihrem Programm, weiteren akademischen Kreisen Wissen vom Judentum zu vermitteln, auch die rabbmische Ausbildung sich zum Ziele gesetzt hatte. Jene Anstalt bedeutete indes eine Herausforderung der traditionellgesetzestreuen Kreise, da ihrem Lehrkörper Männer angehörten, wie Steinthal und Geiger, die an die Religionsquellen

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