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Jeschurun · 1920-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1920) · p. Seite 299

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1920)
Date
1920-05-01
Page
Seite 299 (sequence 101)
Language
German
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Leben und Wirken Dr. L Hildesheimers. 299 Stellungen einehmen: Feiseh Rosenthal in Breslau, Aron Cohn in Ichenhausen und Löwenstein in Mosbach. Aber auch eine Anzahl von Kaufleutcn, die späterhin noch eifrig das Talmudstudium fortsetzten und in ihrem Berufe es zu hohem Ansehen brachten, dankten ihm ihre Ausbildung, u. a. der spätere hochverdiente und in engeren Verwandschaft] Ichen Beziehungen zu ihm stehende langjährige Vorsteher der Adass-jisroei Gemeinde in Berlin, Isidor Rosenblüth, s. A. Bei all’ seiner Arbeit für seine Gemeinde, seine Jeschiba und die Zedokohangelegenheiten widmete Hildesheimer seine Aufmerksamkeit auch den religiösen Strömungen im österreichischen Kaiserstaat und der engeren ungarischen Heimat. Als im Jahre 1863 die ungarische Regie! ung den jüdischen Gemeinden eine Autonomie ihres Schulwesens verlieh und die Frage der Schulinspektoren eine brennende wurde, erkannte Hildesheimer alsbald ihre Bedeutung, da ein lieberwiegen der schon damals sich mächtig regenden Neologie in diesen wichtigen Stellungen leicht zu einer Gefährdung der Judenerziehung führen konnte. Er setzte sich darum in einem Aufruf an seine Gesinnungsgenossen mit allen denen in Verbindung, die Herz und Sinn für die Erhaltung des religiösen Sinnes bei der Jugend hatten, damit der gesetzestreuen Partei ihre Rechte nicht verkümmert werden. Ihm lag vor allem daran, dass die heranwachsende Jugend im Geiste der ,תורד erzogen werde. Und, wie er sich für den קדם ולעמיד תור,־־■ק einsetzte, so auch für den כבוד ולוברי״ה Als die altberühmie Gemeinde zu Keutra den schon damals leider in Westeuropa üblichen Weg der Ausschreibung des Rabbinats beschriit. anstatt, wie bisher in Ungarn es Brauch war. einen Raw auf ehrenvolle Weise zu berufen, trat er unerschrocken auf. ifidem er in einem Artikel des ״Israelit“ v. J• 1863 das Herabwürdigende dieses Vorgehens darstellte. Hildesheimers Ausfühvungen, die zugleich eine Fülle־halachischer Belehrungen bieten, zeigen ihn ebenso als Anwalt der Ehre der Thora und des Rabbiner- Standes, wie als Mann der Praxis, der auch die tatsächlichen ־ Verhältnisse wohl zu würdigen weiss. Ueberall, wo es galt, für die Unantastbarkeit der überlieferten religiösen Anschauungen einzutreten, war Hildesheimer unter den-

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