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Jeschurun · 1920-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1920) · p. Seite 267

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
7 (1920)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1920)
Date
1920-05-01
Page
Seite 267 (sequence 69)
Language
German
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Einiges über die Tätigkeit ,Dr. I. Hildesheimers in Ungarn. 267 Ein trauriges Beispiel dafür bietet der Verfall der einst von Hunderten von Schülern besuchten Pressburger Jeschiwa, die heute kaum 50 Schüler zählt. Es sei nun einiges auch über die zweite Streitfrage: die Stellung des Rabbiners in der Gemeinde mitgeteilt. Welche Gehässigkeit in den den Kongress vorbereitenden neologen Kreisen gegen die Rabbiner herrschte, zeigt am deutlichsten ein im März 1867 verfasstes Memorandum der Pester Gemeinde, wo es unter anderem heisst: ״. . . So konnte es geschehen, dass Rabbiner, die nach den Prinzipien unserer Konfession nur (so!) als Lehrer und Gesetzeserklärer berufen sind, den Kreis ihres Amtes überschreitend, sich in Sachen einmischten, die sie nichts angehen, ja sogar vor der Krone und der Regierung im Namen ihrer Gemeinden, ja selbst der ganzen Konfession vorsprachen19״). Beim Rabbiner-Paragraph des Organisations-Statutes der Gemeinden bemerkte der Kongressreferent ähnlich, des Statutes Ziel sei, dass auch etwaige Ein- und Uebergriffe der Rabbiner, ־wodurch die Ruhe und der Friede der Gemeinde arg erschüttert wird, unmöglich gemacht werde. Es herrschte die Ansicht in diesen Kreisen, dass der Rabbiner kein unbedingtes Kriterium einer Kult.usgeme1r.de sei, ja es kann eine geordnete Gemeinde auch ohne einen Rabbiner existieren20). Hildesheimer schreibt über diesen Paragraphen: ״Unsere Partei hat sich prinzipiell [an der Debatte] verschwindend wenig beteiligt, so indigniert dieselbe auch über die Indiskretion war, mit der den Rabbinen hier begegnet wird, die in und zwischen den Zeilen nichts als Animosität, Beschränkung seiner Machtvollkommenheit und seines moralischen Einflusses atmet; so empört wir alle über die Schmach waren, die man hier in jeder Zeile den Rabbinen entgegenschleudert; so sehr hielten wir auf gegenseitige Verabredung bei dieser Partie an uns. Die Rabbinen der Partei fanden es unter ihrer Ehre, pro domo zu sprechen, und vertrauten dem gesunden Sinne der Oeftentlichkeit, solcheLieblosigkeit und Selbstschändung 19) Magyar Zzido Szemle XIV, S. 98. 2ף Ebd S. 99.

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