Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1919)
- Date
- 1919-11-01
- Page
- Seite 615 (sequence 117)
- Language
- German
- Belongs to
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Aussprüche des B. Israel Baal-Schem. 6i5 Der Böse ist es, der die Menschen irreführt, ihnen Seihstbewußtsein gibt, als wären sie vollkommen Gerechte, da sie denn tagelang gelernt, gebetet und Askese geübt haben. Sie haben aber nie wahrhaft Gott gedient, haben nicht den innerlichen Glauben, können nicht in Gott aufgehen. Ihnen kann schwerlich geholfen werden — da sie sich gerecht dünken, wer wird sie zur Reue und Umkehr bringen? אינו דומה מי ששוגה פרקו מאה פעמים למי ששוגה אותו מאה פעמים ואחד. Es ist nicht gleich wert, wer sein Pensum hundertmal einfach gelernt, dem der es hundertmal gelernt und immer an den Einen, an Gott den Höchsten gedacht. Wenn man sich mit den Geschäften dieser Welt befaßt, sei es, wie wenn man aus der höheren Welt in diese Welt hinausgegangen, wie einer, der aus seinem Hause, für eine kleine Weile auf die Straße tritt, die Türklinke aber in der Hand behält. ומן המקדש לא יצא. * Das Böse in dieser Welt ist bloß die tiefste Stufe des Guten. Das Böse ist der Thron des Guten. Erst durch des Menschen Werk wird das Böse völlig böse, die Bande mit dem Guten sind gelöst, das hat der Mensch getan. Lernt man bei dem rechten Lehrer, so blüht dessen Lehre in uns auf und wird fruchtbar: was man eine kurze Weile gelernt, wächst sich Jahre lang aus. Der Unrechte Lehrer vermag bloß das Gelernte zu geben. * Jedes Wort des Gebetes muß auf leuchten in innerem Licht וצהר תעשה לתיבה. Der wahrhaft Weise sei selbst eine lebende Thora-Rolle, sein Leben Thora, eine Umsetzung ins Leben, eine Übersetzung in Taten, ein lebendiger Kommentar. All sein Tun und Lassen wird Gottes Wort erläutern. * 42*