Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1919)
- Date
- 1919-11-01
- Page
- Seite 533 (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Die Mischna. 533 buch zeigt uns den Geist und die Lebensweise der Ssof’rim. Es gab noch .mehr solcher Sammlungen (Ben Tiglah, Ben La'anah), die aber unwiederbringlich verloren gegangen sind. Man möchte vermuten, daß es in der Urmischna eine siebente Ordnung gab, סדר חכמה, die Hilchoth Derech Erez enthielt; diese Ordnung fiel später aus der Mischna fort, hinterließ aber wertvolle Beste und deutliche Spuren, auf die wir später zurückkommen. Die Ssof’rim legten ebenfalls den Grundstein für die Gebetordnung Israels, die wichtigsten der Stammgebete rühren aus ihrer Epoche her, und ihr klarer reiner Geist leuchtet aus ihnen. Die Ssof’rim ordneten das Gemeindegebet, ferner waren sie Abschreiber. Überhaupt übte der Ssofer alle geistigen Funktionen in sich vereinigt aus, die später unter verschiedene Stände im Volk verteilt wurden. Später nämlich hießen Ssof rim die Kinderlehrer und Schreiber allein, die noch immer eine große Aufgabe im geistigen Leben zu erfüllen hatten. Der Ssofer hatte nun seine eigentliche Bedeutung verloren, und seinen Platz nahm der Tanna ein. Jetzt sind die Tannaiten die Führer, Richter und Lehrer des Volks. 3. Die Zeit der ״ .זוגותDie Paare“ standen in schweren Zeiten an der Spitze des Volks. Es waren 1. Jose ben Joeser aus Z’reda und Jose ben Jochanan aus Jerusalem. 2. Josua ben P’rachja und Nittai (Mattai) aus Arbela. 3. Juda ben Tabai und Simon ben Schetach. 4. Sclfmaja und Abtalion. 5. Hillel־ und Schammai. Sie waren die Häupter des obersten Gerichtshofs, und zwar war der erste in jedem Paare נשיא (Patriarch), der zweite אב בית דין. In ihrer und der folgenden Zeit legte man besonderen "Wert darauf, die Urmischna in der genauen Form zu lehren, ״denn verpflichtet sei jeder, den Wortlaut seines Lehrers wiederzugeben“ 1). Wie die Ssof?rim den Midrasch, so *) Edujoth I 3. 37