Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1919)
- Date
- 1919-11-01
- Page
- Seite 531 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Die Mischna. 53* erkennen; drei Hohl- und Raum-Maß-Systeme waren nacheinander in Israel in Geltung: das Wüstenmaß der Thora, das jerusalemitische Maß vom Ausgang der Zeit des zweiten Tempels und das Maß von Sepphoris. In der Urmischna findet sieh nur das Wüstenmaß, das zu ihrer Zeit noch galt. Hillel und Schammai drückten sich in jerusalemitischem Maße aus und die letzten Tannaiten in dem von Sepphoris. Zur Zeit der Tannaiten galt in Israel römische Währung, aber in der TJrmischna heißt die kleinste Münze immer ״P?rutahtt. Mit P’rutah und Prutah-Wert drückt die Mischna stets ‘den kleinsten Bruchteil der Münzeinheit aus. Dem römischen Münzsystem aber ist die P’rutah völlig fremd, daher kannten die Tannaiten um die Zeit der Zerstörung ihren Wert nicht und waren über die Höhe der ״von den Weisen erwähnten P?rutaha *) kontrovers. Die Urmischna ist ganz in unserer Mischna verwendet, und nur wissenschaftliche Kritik verleiht uns die Möglichkeit, sie aus den Zusätzen herauszuschälen. Mehrmals wird die Urmischna ausdrücklich in unserer Mischna erwähnt. So heißt es: ״so lautet die Urmischna, aber ein späterer Gerichtshof sagt usw.“* 2) oder umgekehrt: ״so lautet die Mischna des Rabbi X, aber die Urmischna lautete“ 3). Eine alte Mischna im Traktat Ssukkah (IV 1) ist später zu zwei ganzen Abschnitten angewachsen. Der erste Abschnitt des Traktats Xsikin (Bb. K. I) stammt fast völlig aus der Urmischna. Seine Sprache ist durchaus altertümlich. Auch die bekannte erste Mischna des Traktats Peah, die heute in der Einleitung zum Morgengebet steht, gehört gewiß zur Urmischna. Außer mit bindenden Vorschriften beschäftigten sich die Ssof’rim intensiv mit ״Derech Erez“, der zu ihrer Zeit noch ein großes Gebiet bildete. Viele Dinge, die nicht unter den Be- ') Kidduschin 12 a. ג) K/tuboth V 3. 57 a 11. b. 3) ebenda.