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Jeschurun · 1919-09-01 · Heft 9-10 (September 1919) · p. Seite 500

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 9-10 (September 1919)
Date
1919-09-01
Page
Seite 500 (sequence 74)
Language
German
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500 Literarische Notizen. Literarische Notizen Von Rektor Prof. Dr. D. Hoffmann, Berlin. XXVHL Herr Rabbiner Dr. Deutsch in Fürth machte mich auf einen merkwürdigen Midrasch rabba zu Koheleth 2, 8 auf« merksam, wo es heißt: שדה ושדות דיינין זכרים ודיינות נקבות, woraus dem Anscheine nach hervorginge, daß König Salomo weibliche Richterinnen angestellt habe. Wieso das שדה als ״Richter“ gefaßt wird, erklärt מתנת כהונה mit dem talmudischen שודא דדייגי (Kethuboth 94 a), was ״Erkenntnis der Richter“ bedeuten soll. Da es aber feststeht, daß Frauen keine Richterinnen sein können, so erklärt רד״ל, es sei hier die Rede von Richterinnen, welche die Frauen (Salomos?) beaufsichtigten, daß eine der andern kein Unrecht tue. Dies ist offenbar sehr gezwungen. Vgl. ferner die LA. des Jalkut, wonach, wie רד״ל meint, hier nicht von ״Richtern“, sondern von ״Gesetzesbestimmungen“ (דינים) über Männer und Frauen die Rede sein soll. Diese Erklärung befriedigt ebensowenig, wie die erste. Wie es aber scheint, haben wir hier eine Korruptel vor uns. Es soll heißen: דימנין זכרים ודימנות נקבות, männliche und weibliche Dämonen, wie dies auch im Talmud Gittin 68 a> erklärt wird. — Nachträglich sah ich, daß Kohut (Aruch v. רווץ (שד korrigieren will, was ebenfalls ״Dämonen“ bedeutet, wie aus Jalkut zu Gen. 31,55 hervorgeht, wo das למקומו mit לדיוויו (Midrasch haggadol: לדיריי) erklärt wird. Es sind hier wahrscheinlich Labans ״Götter“ als דווץ (Dämonen) bezeichnet^ Das Wort wurde von den Abschreibern nicht verstanden und schon in Ber. rabba zu Gen. 31, 55 korrigiert; daher auch die Korruptel in Midr. Koheleth. Verantwortlicher Redakteur Dr. J. Wohlgemuth, Berlin. Verlag des Jeschurun, Berlin. Druck von Max Schmersow, Kirchhain N.-L.

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