Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 6 (1919)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1919)
- Date
- 1919-03-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Adar!1-Nissan 5679 6. Jahrgang Heft 3/4 März-April 1919 Sabbatruhe und Freiheit. Von R. E. May, Hamburg. ״Denn der Sabbath, das ist der Tag an der Spitze der heilig gesprochenen, weil er ein Sinnbild ist des Auszuges aus Ägypten“. I. Die Wiege der Sklaverei der Israeliteg, Ägypten, ist auch die Wiege der Sabbatruhe. Als Moses die Mission erhielt, sie aus der Sklaverei zu befreien, war sein erster Einwand: sie werden mir nicht vertrauen. Mit welcher Berechtigung machte er ihn?! Er war als Jüngling aus Ägypten geflohen1). Jetzt war er ein Achtzigjähriger. Er konnte das Volk — das ja auch eine andere Generation war, als die er gekannt hatte — nicht mehr kennen. Woher konnte er mit solcher Bestimmtheit behaupten: sie werden mir nicht glauben? Ganz natürlich. Ein Volk, das in der Sklaverei aufgewachsen ist, hat für die Freiheit kein Verständnis. Logischerweise berichtet denn auch der Midrasch, Moses habe von Pharao die Sabbatruhe für sein Volk erbeten und erlangt; und es wäre sehr verständlich, wenn er das getan hätte, um bei ihnen Sinn und Verständnis für den Wert der Freiheit zu erwecken. Nach meiner Berechnung in der ״Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden“, Oktober 1913, S. 145, war er bei der Flucht höchstens 30 Jahre alt, nach dem Midrasch JaJkut, allerdings ohne Begründung, gar nur 18 Jahre. 9