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Jeschurun · 1919-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1919) · p. Seite 45

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
6 (1919)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 45 (sequence 47)
Language
German
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Jüdische Ratgeber. 4 45 in der Nähe der Synagoge (selbst unter Verzicht auf luxuriös und modern ausgestattete Räume) und der tägliche Besuch der Synagoge am frühen Morgen, weil dadurch das ganze Haus auf Pünktlichkeit und Ordnung eingestellt wird, auf Frohsinn bei der gemeinsamen Frühstückstafel u. s. f. Die Beeinflussung der kleinen Kinder hinsichtlich der Erwartung der Sabbath- und Festtagsfreuden durch eine erfinderische Einwirkung auf das Organ, das nun einmal bei diesen kleinen Menschenwesen im Zentrum des Fühlens und Wollens steht, auf den Magen. Gute Worte findet er für den Segen des Kinderreichtums, für die Bedeutung des Niddagesetzes, in der Polemik gegen die auch unter frommen Juden eingerissene Sitte der Hochzeitsreise. Hier hätten wir gern das mannigfache Material verwendet gesehen, das besonnene christliche Arzte wie Klencke, Ammon u. a. in populären Büchern über den Wert der Nidda- Vorschriften und gegen die Hochzeitsreisen vorgebracht haben. Es ist doch nun einmal so, daß derartige Hinweise auf Äußerungen nichtjüdischer Fachmänner besonders wirksam sind, und schließlich ist dergleichen auch in dem Satze כי היא חכמתכם ובינתכם לעיני העמים begründet. Gerade in einem Punkte, in dem der Verfasser sich auf den nun einmal unergründlichen Gotteswillen zurückzieht, dort, wo er davon spricht, daß schon bald nach der Eheschließung die Pflicht einer Absonderung beginnt ״also kaum angetraut, soll das Ehepaar schon wieder entfremdet, verhindert werden, seine gegenseitige Liebe zu äußern“, (S. 42) gerade in diesem Punkt hätte er darauf verweisen können, welche Folgen das nicht von jüdischem Pflichtgebot gebändigte Verhalten in der ersten Zeit der Ehe hat. Klencke findet geradezu ergreifende Worte über die physische Zerrüttung und die seelische Erschütterung, die hier hervorgerufen wird1)• Und wir haben hier wieder wie oft ein Beispiel, daß eine scheinbar aus äußeren Gründen zu einer Erschwerung führende Halacha2) von den segensreichsten *) Hermann Klencke ״das Weib als Gattin“, 15. Auflage S. 177—180. *) Es ist nicht recht verständlich, vrieso der Verfasser davon spricht, daß wir bei diesem Religionsgebot d. h. bei dem dort erwähnten, der

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